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Bewegung, Ernährung und Tageslicht gegen Osteoporose

Neuigkeiten 2016

Dr. Andrea Fenk-Mayer und Erwin Freundorfer bei ihren Vorträgen zum Thema Osteoporose.

Gesundheitsabend im Kulturforum mit Belegärzten der Klinik Bogen

Osteoporose ist kein Randthema. Dies zeigte sich beim Gesundheitsabend der Klinik Bogen mit Dr. med. Andrea Fenk-Mayer vom Orthozentrum Bogen und Erwin Freundorfer von der Orthopraxis Straubing, beide Belegärzte der Klinik Bogen. Über 60 interessierte Zuhörer hatten sich am Donnerstag, den 3. März im Kulturforum eingefunden. Durch die steigende Lebenserwartung bekommen immer mehr agile Menschen die Folgen von Knochenschwund zu spüren.
Knochenneubildung nur bei Belastung

Dr. Fenk-Mayer veranschaulichte die „Leichtbauweise" der menschlichen Knochen mit ihrem empfindlichen Gleichgewicht aus Auf- und Abbauprozessen. Im Alter von 35 Jahren sei die Knochendichte am höchsten und sinke durch natürliche Alterungsprozesse ab, bei Frauen insbesondere infolge der Menopause. „Männer haben einen Startvorteil, doch auch ihre Knochendichte sinkt mit zunehmendem Alter", warnte die Referentin. Abgesehen von hormonellen oder genetischen Ursachen geschehe dies auch aus anderen Grunderkrankungen heraus, insbesondere, wenn sie mit Mangelzuständen oder Bewegungseinschränkung verbunden sind. „Mutter Natur bildet nur nach, was gebraucht und benutzt wird. Denken Sie nur daran, wie geschwächt Astronauten aus der Schwerelosigkeit zurückkehren", erinnerte Dr. Fenk-Mayer.

Schenkelhals und Wirbelsäule, die „Achillesfersen" bei Osteoporose

Zur Diagnostik sei neben der eingehenden Befragung der Betroffenen insbesondere die Knochendichtemessung wichtig. Sie misst den Kalkgehalt „typischerweise an der Wirbelsäule und am Oberschenkelhals, den besonders bruchgefährdeten, gut messbaren Stellen", erklärte Dr. Fenk-Mayer. Erste Vorsorgeuntersuchungen sollten nicht erst dann erfolgen, wenn bereits Knochenbrüche vorliegen. „Den Blutdruck messen Sie ja auch nicht erstmals, wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten", verglich Dr. Fenk-Mayer. Den Frauen rieten sie zu einer ersten Knochendichtemessung in den Wechseljahren. So könne man mit Medikamenten eine rasche Knochenerweichung bei anlagebedingt gefährdeten Personen („fast loser"-Patientinnen) verhindern. Für alle aber gelte es, den Lebensstil „knochenfreundlich" zu gestalten.

Erwin Freundorfer stellte den Bruch des Oberschenkelhalses als ernstzunehmende Verletzung vor, die häufig im fortgeschrittenen Alter auftritt. „Bei Osteoporosepatienten reichen dafür oft auch schon kleinere Missgeschicke aus wie ein Umknicken", warnte der Orthopäde. Charakteristisch sei dann ein verkürztes, nach außen verdrehtes Bein mit starken Belastungsschmerzen. Meist können die Patienten keinen Schritt mehr gehen. Die klinische Untersuchung, Röntgen und bei Bedarf CT oder Kernspin geben Auskunft über das Ausmaß, das vom Haarriss bis hin zum instabilen Bruch reichen kann. Ziel sei stets die Stabilisierung, rasche Mobilisierung und ein möglichst geringer Blutverlust. Je nach Bruchart, Patientenalter und Knochenbeschaffenheit kommen hierfür Spezialschrauben, Nägel oder individuell geeignete Gelenkimplantate zum Einsatz. Für eine erfolgreiche Nachbehandlung sollten die Patienten baldmöglichst das Bett zu verlassen, bei Bedarf auch mit Hilfsmitteln, und sogleich Krankengymnastik, Gangschule und Thromboseprophylaxe betreiben.

Behandlungsziel: „Raus aus dem Bett!"

Wirbelbrüche hingegen werden von Osteoporosepatienten oft nicht einmal bemerkt, fuhr Dr. Fenk-Mayer fort. Wenn hier Hohlräume einbrechen, zeige sich dies äußerlich lediglich am Schrumpfen und Verkrümmen des Patienten. Splittern und Blutungen treten nicht unbedingt auf, weshalb zunächst konservativ therapiert wird. Der Grad der Instabilität, die Lähmungsgefahr, der Schmerz und die Alltags-Beeinträchtigung sei maßgeblich für die Wahl der Therapie. Operiert wird nur, wenn es sein muss, dann aber mit einem individuell geeigneten und altersgerechten Verfahren. Ausgeschöpft werden bei den häufigen „ungefährlichen" Brüchen zunächst alle konservative Therapiemöglichkeiten.. Operativ reiche das Spektrum von minimal invasiven Eingriffen zum Auffüttern und Aufdehnen gebrochener Wirbel, auch mit Einsatz von Wirbelstents, bis zur angepassten Verschraubung. Für das Ziel einer kompletten Wieder-Aufrichtung der Wirbelsäule, wäre jedoch gerade bei älteren Patienten das Risiko einer langen und belastenden OP oft zu hoch. Dann gilt das reduzierte Ziel: „Möglichst bald raus aus dem Bett!" Schmerz- und Hilfsmittel dürfen dabei in keinem Alter ein Tabu sein, betonte Dr. Fenk-Mayer.

Bei der anschließenden Fragerunde gab es zahlreiche praktische Tipps zur Osteoporosevorbeugung mit ausgewogener Ernährung, Tageslicht, Bewegung und individueller Medikation.