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Neuigkeiten 2016

Musik und Medizin auf einer Bühne: Chefarzt Dr. Andreas Comman mit dem Wirbelsäulenspezialisten MUDr. Jiri Sramek

Genau untersuchen, bleibende Schäden verhindern

Gesundheitsabend zu Rückenschmerzen und Sodbrennen musikalisch eröffnet

Zum Abschluss der diesjährigen Gesundheitsabende der Klinik Bogen im Kulturforum Oberalteich gab es am vergangenen Donnerstagabend eine Eröffnung der besonderen Art. Der Wirbelsäulenspezialist MUDr. Jiri Sramek bewies mit virtuosem Klavierspiel auf dem Konzertflügel, dass sich chirurgisches Fingerspitzengefühl auch musikalisch einsetzen lässt. Er gab einige gekonnte Interpretationen und Improvisationen bekannter Stücke zum Besten.

Mit den Themen Wirbelsäulenbeschwerden und Refluxkrankheit standen nach dem beschwingten Einstieg zwei große Volksleiden im Fokus. MUDr. Sramek und die Chefärzte der Inneren Medizin Prof. Dr. Roland Büttner und Dr. Andreas Comman stießen mit ihren Vorträgen auf ein hochinteressiertes Publikum.

OP im Notfall und als letztes Mittel

Wird in Niederbayern überdurchschnittlich viel untersucht und operiert? Wer aus den kürzlich veröffentlichten Zahlen der Wirbelsäulenbehandlungen voreilige Schlüsse zieht, lässt außer Acht, dass hierzulande Spezialisten ihres Fachs praktizieren, mit überregionalem Einzugsgebiet und zahlreiche Patienten sogar aus anderen Kontinenten. So auch die Praxis ProSpine von Prof. Bertagnoli und Kollegen mit Belegbetten an der Klinik Bogen. MUDr. Sramek von ProSpine ging der „auch für Ärzte schwierigen Frage" nach, wann bei Wirbelsäulenproblemen eine Operation sinnvoll ist. Er stellte die Anatomie der Wirbelsäule vor mit den sie durchziehenden Nervenbahnen. Diese sind dafür verantwortlich, dass bestimmte Schäden ausstrahlende Schmerzen verursachen. Akuter Grund für eine Operation seien schwere Verletzungen, die Druck auf Nerven ausüben, starke Entzündungen, Tumoren oder auch ein Massenvorfall der Bandscheiben. Dies betreffe jedoch nur rund fünf Prozent der Patienten. Die übrigen 95 Prozent leiden an degenerativen Erkrankungen mit Schmerzen, jedoch ohne Lähmung. Hier müssen zunächst alle konservativen Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik, Medikamente oder Einspritzungen ausgeschöpft werden. Wenn selbst dann die Schmerzen langfristig nicht verschwinden, sind weitere OP-Voraussetzungen abzuklären. So müssen die Beschwerden tatsächlich von der Wirbelsäule herrühren. Internistische Untersuchungen müssen außerdem ergeben, dass das OP-Risiko niedrig ist und beispielsweise keine Herzerkrankung vorliegt. Findet sich ein geeignetes OP-Verfahren, zielt der Chirurg darauf ab, den Druck von den Nervensträngen zu nehmen, die Wirbelsäulenform und -beweglichkeit möglichst zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Dr. Sramek zeigte anhand von Fallbeispielen die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten mit Bandscheibenvollprothesen, Rückenmarkskanalerweiterungen und Versteifungsoperationen. Wichtig sei stets die vorangehende bildgebende Diagnostik zur Feinjustierung in drei Dimensionen, um benachbarte Bandscheiben durch den Eingriff nicht zu beeinträchtigen. „Es ist gut, dass hier in Deutschland bei Wirbelsäulenbeschwerden nicht nur geröntgt wird, sondern auch Computertomographie und Kernspintomographie zum Einsatz kommen", betonte Dr. Sramek. So konnte beispielsweise erst kürzlich an der Klinik Bogen ein noch symptomloser Tumor an der Brustwirbelsäule rechtzeitig erkannt werden, der unbehandelt lebensbedrohlich weitergewachsen wäre.

Internistische und chirurgische „Feuerwehr gegen Sodbrennen"

In der Regel nicht lebensbedrohlich aber äußerst lästig für die persönliche Lebensqualität kann Sodbrennen infolge von saurem Aufstoßen sein, worüber Prof. Büttner und Dr. Comman referierten. „Wenn es brennt" - so das Motto - seien die Gastroenterologen und Viszeralchirurgen immer wieder „als Feuerwehrleute" gefragt, schilderte Dr. Comman. Prof. Büttner ging zunächst auf die Ursachen von Rückfluss bzw. Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre ein. Daran leiden zehn Prozent aller Menschen täglich, 40 Prozent gelegentlich. Zu hoher Druck im Magen entstehe durch Übergewicht, enge Kleidung, große Essensmengen, Luftschlucken oder Verstopfung. Häufig tritt Reflux in Kombination mit einem Zwerchfellbruch auf. Schwächend auf den Verschlussmechanismus wirken außerdem Nikotin, Alkohol und bestimmte Blutdruckmedikamente. Es kommt zu Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Schluckbeschwerden, Vernarbung der Schleimhaut durch Magensäure mit Gefahr von Kehlkopfentzündungen, chronischem Husten, Umwandlung der Schleimhaut bis hin zum Speiseröhrenkrebs und bei eingeklemmtem Zwerchfellbruch schlimmstenfalls zum Absterben des Magengewebes. Bestätigt die ärztliche Abklärung, dass es sich um sauren Reflux handelt, sei der erste Schritt die Lebensstilanpassung. Mehrere, dafür kleinere Essensportionen, langsames Essen, Gewichtsabnahme oder Stressabbau verschaffen vielen Patienten Linderung. Bei stärkerem Refluxleiden stehen mit den Säureblockern (PPI) wirksame und gut verträgliche Medikamente für eine Kurzzeit- oder Daueranwendung bzw. bedarfsweisen Einnahme zur Verfügung.

Obgleich diese Medikamente inzwischen den Goldstandard der Refluxtherapie darstellen, gibt es die - wenn auch kleinere - Patientengruppe, der eine Operation weiterhilft. Diese stellte Dr. Comman vor. Voraussetzung hierfür sei ein Zwerchfellbruch, dazu die typischen Refluxbeschwerden über Jahre hinweg. Ferner müssen die Symptome tatsächlich vom Aufsteigen der Säure herrühren und der Patient auf Säureblocker ansprechen. Anhand von OP-Videos in HD-Qualität veranschaulichte Dr. Comman den minimal invasiven Eingriff, bei dem der Mageneingang wieder verengt und mit einer „Manschette" aus Magengewebe stabilisiert wird. Bei Bedarf kommt ein Netzimplantat zum Einsatz.

Eine ehrliche Auskunft erhielten die Patienten von den jeweiligen Spezialisten auch über die möglichen, wenn auch geringen Risiken und Komplikationen der vorgestellten Therapien. Es lohne sich daher - ob Wirbelsäule oder Sodbrennen - Beschwerden ärztlich abklären zu lassen, um für sich selbst den geeigneten Behandlungsweg zu finden. Eine begründete umfassende Diagnostik hat - so der Grundtenor aller Vorträge - angesichts der viel aufwändiger zu behandelnden Folgeschäden nicht nur ihre Daseinsberechtigung, sondern einen äußerst hohen Stellenwert im Gesundheitswesen.

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