Kreisklinik Bogen
  • Klinik Bogen

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Bogen
  • Klinik Bogen

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Bogen
  • Patientenzufriedenheit

    „Befragungsergebnisse 2017“

    Patientenzufriedenheit
  • Klinik Bogen

    „Moderne Technik und Unterbringung“

    Klinik Bogen
Neuigkeiten 2017

Apothekerin Bettina Pirzer überreicht Prof. Dr. Christian Zugck ein kleines Präsent (Foto: Marieluise Baier)

"Update Herz": Vortrag von Prof. Dr. Christian Zugck

Akutelle diagnostische und therapeutische Optionen in der Kardiologie

Im Rahmen der Gesundheitswoche, durchgeführt von der Markt-Apotheke Schwarzach mit Apothekerin Bettina Pirzer, lud am vergangenen Mittwochabend der Schwarzacher Frauenbund zu einem Vortrag über das Thema "Update Herz". Über moderne Erkennungs- und Behandlungsmöglichkeiten häufiger Herz-und Kreislauferkrankungen referierte im Schwarzacher Pfarrheim Prof. Dr. Christian Zugck, der seit dem Jahr 2012 Ärztlicher Leiter des Herzkatheterlabors an der Klinik Bogen ist und dort mit großer Erfahrung ambulante und stationäre Untersuchungen leitet. Die Herzkatheteruntersuchung dient u.a. dem sicheren Nachweis bzw. Ausschluss einer Herzkranzgefäßverkalkung (KHK). In der gleichen Untersuchung, so der Referent, können festgestellte Engstellen beseitigt und somit Herzinfarkte vermieden werden.

Mit Hochdruck gegen Gefäßverengungen

Ein "Rohrreiniger-Medikament" für Gefäße gebe es leider nicht, stellte Prof. Zugck fest. Unter bestimmten Voraussetzungen sei daher ein Herzkathetereingriff Mittel der Wahl, um Engstellen mechanisch zu beheben. Schlechte Durchblutung an Gefäßengstellen, aufreißende Ablagerungen und Gefäßverschlüsse können dank innovativer Bildgebung zielgenau erfasst und behandelt werden. Engstellen werden anschließend mit mehr als dem Zehnfachen des Drucks in einem Autoreifen aufgedehnt und einem Stent, also einem Geflecht aus Draht oder auch aus abbaubarer Milchsäure, dauerhaft offengehalten.

Wann hilft eine Herzkatheteruntersuchung weiter?

Eine Herzkatheteruntersuchung sei laut Prof. Zugck vorzunehmen, wenn

  • Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung besteht,
  • typische Beschwerden wie Angina Pectoris auftreten,
  • durch Gefäßverschluß eine Gewebebeschädigung droht,
  • ein Herzinfarkt vorliegt oder
  • eine Herzklappenoperation geplant ist.

Zur Erreichung, Öffnung und dauerhaften Offenhaltung kommen im Herzkatheterlabor Führungsdrähte, Ballons und Stents zum Einsatz. Dieses Vorgehen zeigte der Kardiologe anhand von bewegten Röntgenbildern aus Herzkathetereingriffen.

Offene Herzoperation vermeiden

Erstmals deutschlandweit war an der Klinik Bogen im Jahr 2012 ein Herzkatheterlabor der nach wie vor neuesten Generation in Betrieb genommen worden. Es ist ausgestattet für optimale Bildgebung bei minimierter Röntgenstrahlenbelastung und damit besonders schonend für die Patienten und das Herzkatheterteam und auch für komplexe Eingriffe geeignet. Selbst verzweigte Gefäße können so mit aneinandermodellierten Stents erfolgreich wiedereröffnet werden. Der Zugang erfolgt in der Regel über die Leisten- oder Handgelenksarterie. Vielen Patienten bleibt dank dieses meist nur wenige Minuten dauernden Eingriffs eine offene Herzoperation erspart.

Die Kommunikation mit dem Patienten während des Eingriffs sei laut Prof. Dr. Zugck nicht nur möglich, sondern auch für den Betroffenen beruhigend und wichtig, um ihn mit einzubeziehen beim Abwägen des weiteren Vorgehens.

Die Versorgung mit Herzkatheterlaboren sei laut Prof. Zugck stets weiter zu verbessern, da mit steigender Lebenserwartung auch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunehmen werden und da auch komplexe Eingriffe wie Herzklappenersatz über Katheter möglich seien - ganz ohne offene Operation.

Risikofaktor LDL-Cholesterin

Ein Risikofaktor für Erkrankungen der Herzgefäße sei, so der Kardiologe, das LDL-Cholesterin. Infolge von erhöhten Werten lagern sich an den Gefäßinnenwenden sogenannte Plaques ab, welche einreißen können. Sich anlagernde Blutplättchen können an diesen Stellen die Gefäße unterschiedlichster Organteile verengen oder gar verschließen - und das von Kopf bis Fuß. Es gebe daher vielfältige Ausprägungen derselben Erkrankung, erklärte Prof. Dr.Zugck. Sie reichen von Durchblutungsstörungen der Extremitäten über die sogenannte "Schaufensterkrankheit" bis hin zu lebensbedrohlichen Schäden am Herzmuskel und im Gehirn. Oft gesellen sich zum erhöhten LDL-Cholesterinwert noch weitere Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Übergewicht, Diabetetes und niedriges "gutes" HDL-Cholesterin.

Bedingt beeinflußbar sei der meist genetisch bedingte zu hohe LDL-Wert durch Ernährungsumstellung und Sport, die ihn um 10 bis 20 Prozent senken können. Bei der medikamentösen Absenkung mit sogenannten Statinen sei das Ziel laut Prof.Zugck, "die Plaques stabil zu bekommen, damit sie sich nicht von der Gefäßwand lösen". Besonders Hochrisikopatienten seien mit einer individuellen medikamentösen Therapie gut beraten.

Nach einer angeregten Frage- und Diskussionsrunde des Publikums schloss Prof. Zugck den Abend mit dem Fazit ab, dass die erfolgreiche Behandlung in hohem Maße vom intensiven Austausch zwischen Arzt und Patienten sowie zwischen den unterschiedlich spezialisierten Kardiologen abhänge. Das Publikum war beeindruckt von diesem fachlich kompeteten aber auch humorvollen Vortrag. Zum Abschluss bedankte sich Apothekerin Bettina Pirzer bei Prof. Dr. Zugck mit einem kleinen Präsent.

(Text und Bild: Marieluise Baier)