Kreisklinik Bogen
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Darm: Hochleistungsorgan mit viel Angriffsfläche

Reges Besucherinteresse beim Darmtag der Klinik Bogen – internistischer und chirurgischer Blick in den Bauch

Immer aktuell und schier unerschöpflich ist das Thema Darm, wie der gut besuchte Informationsabend der Klinik Bogen am Donnerstagabend gezeigt hat. Damit beteiligte sich das Krankenhaus an der KKB-Infowoche, einer jährlichen Aktion des bayernweiten Klinikverbundes Klinik-Kompetenz-Bayern eG, dem die Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf angehören. Die zahlreichen interessierten Publikumsfragen zeugten davon, dass nahezu jeder Erwachsene bei den präsentierten Vortragsthemen auf eigene Krankheitserfahrungen zurückblicken kann.

Um „Durchfallerkrankungen im Erwachsenenalter" ging es bei Dr. Mathias Grohmann, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie. Der Frage „Darm – bei welchen Erkrankungen kommt die Chirurgie ins Spiel?" widmete sich Leitende Oberärztin Dr. Dagmar Hilz von der Allgemein-, Viszeral- und minimal invasiven Chirurgie und Mitinhaberin der Praxis Minavis im FachArztZentrum Bogen.

Infektiöse Durchfälle symptomatisch behandeln

Ab wann man überhaupt von Durchfall spricht, wie er verursacht wird und was medizinisch dagegen möglich ist, erfuhren die Besucher im ersten Vortrag. Dr. Grohmann gab einen Überblick über häufige Erreger sowie praktische Tipps, um Reisediarrhoe in den Griff zu bekommen. „Bei infektiösen Durchfallerkrankungen behandeln wir nicht die Auslöser, sondern die Beschwerden, also symptomatisch", erläuterte der Gastroenterologe. „Tee und Salzstangen sowie die gute alte Wärmflasche sind gar keine so schlechte Option", empfahl er. „Bei Bedarf helfen auch krampflösende oder motilitätshemmende Medikamente. In erster Linie sollen die Erreger aber raus, weshalb man genügend Flüssigkeit zu sich nehmen und den Elektrolytverlust ausgleichen sollte." Kontakt zu anderen, insbesondere zu Kindern und älteren Menschen, sei bei infektiösem Durchfall zu meiden und auf entsprechende Hygiene zu achten. Erst nach zwei bis drei durchfallfreien Tagen könne man Entwarnung geben.

Auch andere Durchfallursachen sind möglich, zum Beispiel Schilddrüsenüber- oder Bauchspeicheldrüsenunterfunktion, aber auch bestimmte Medikamente. Ist der Durchfall blutig oder hat man Fieber, riet Dr. Grohmann zum Arztbesuch. Bei starkem Durchfall, der auch nach drei Tagen nicht besser wird, sei ebenfalls ein Arzt aufzusuchen, bei Älteren, Kindern und vorerkrankten Personen auch schon früher.

Chirurgischer Blick in den Bauch

Als völlig unbegründet erwies sich die Sorge der Leitenden Oberärztin Dr. Hilz, ihr Bildmaterial könnte zu abschreckend aussehen. Ganz im Gegenteil verfolgte das Publikum mit großem Interesse den chirurgischen Blick in den Bauch mittels minimal invasiver OP- und Kameratechnik. Wie ein eingeklemmter Darm beim Bauchwandbruch gerettet, ein Darmverschluss behoben oder schwer erkrankte Darmabschnitte entfernt werden, wollten die Teilnehmer ganz genau wissen. „Man kann sogar ganz ohne Dickdarm leben, aber nicht ohne Dünndarm", erklärte die Viszeralchirurgin. Dennoch schränkte sie ein, dass nur entfernt wird, was tatsächlich konservativ nicht behandelbar ist. Insbesondere warnte sie vor dem wahllosen chirurgischen Lösen von Verwachsungen im Bauchraum. Dies könne zu schlecht oder schlimmstenfalls gar nicht mehr heilenden Stellen führen.

Magenspiegelung am Dummypatient, Darmoperation am Plastikrohr

Rege genutzt wurde die Chance, einen Blick in die Endoskopie zu werfen und im OP-Vorraum einer Instrumentenvorführung beizuwohnen. „Auch eine endoskopische Untersuchung, bei der wir nur hineinschauen, gilt bereits als Körperverletzung, weshalb wir die Aufklärung darüber sehr ernst nehmen", erläuterte Dr. Grohmann. Mit dem Endoskopie-Team führte er am Dummypatient eine Magenspiegelung vor und schilderte die Abläufe der Magen- und Darmspiegelung – von der Vorbereitung mittels Abführlösung bis zum sicheren Verlassen der Klinik. Auch die „Waschstraße" für die hygienische Aufbereitung und Lagerung der Endoskope öffnete ihre Türen.

Eine Darmoperation am durchtrennten Plastikrohr demonstrierte währenddessen Dr. Hilz mit zwei OP-Mitarbeitern. Beeindruckt zeigten sich die Besucher vom handwerklichen Geschick und den technischen Errungenschaften, die vieles für Chirurgen und Patienten erleichtern. So vollbringt beispielsweise das Klammernahtgerät mit einem Klick mehrere Arbeitsschritte zum Verbinden zweier Darmabschnitte.