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Fünf Fragen an den neuen Chefarzt

Dr. med. Svend Hofmann übernahm die Leitung der Unfallchirurgie und Orthopädie mitten im Ausnahmezustand

Dr. med. Svend Hofmann hat zum 1. April die Chefarztposition der Unfallchirurgie und Orthopädie an der Klinik Bogen übernommen - in einer Zeit, in der als temporäres COVID-Zentrum noch Ausnahmezustand ohne OP-Betrieb und Notfallversorgung herrschte. Neben tatkräftiger Unterstützung der Inneren und Intensivmedizin bei der COVID-Patientenversorgung durch seine Abteilung hat Dr. Hofmann die Zeit unter anderem dafür genutzt, sein Team organisatorisch und mit Fortbildungen auf die nun wieder möglichen Operationen optimal vorzubereiten, insbesondere für neue Behandlungsmöglichkeiten, die er nun an der Klinik Bogen anbietet.

Zur Person

Dr. med. Svend Hofmann ist Facharzt für Chirurgie, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Facharzt für spezielle Unfallchirurgie mit Zusatzweiterbildungen in den Bereichen Sportmedizin und Fußchirurgie. Zudem ist er zertifizierter Mannschaftsarzt und Gutachter der BG (Berufsgenossenschaft) und des BDC (Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen). Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen in der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Sportmedizin, Fußchirurgie, Handchirurgie, arthroskopischen Chirurgie aller Gelenke, Knorpeltherapie. Besondere Expertise besitzt er im Bereich Endoprothetik für Schulter, Ellenbogen, Hüfte und Knie bei Erst- und Wiederholungseingriffen. Dank seiner Zulassung zum Durchgangsarztverfahren der Berufsgenossenschaften leistet er auch die Behandlung von Patienten mit Beschwerden infolge von Schul- und Arbeits- und Wegeunfällen.

Unfallchirurgie

Chefarzt Dr. med. Svend Hofmann, Chirurg, Spezieller Unfallchirurg, Orthopäde und Unfallchirurg, Sportmediziner, Fußchirurg, D-Arzt, Gutachter BG/BDC

Herr Dr. Hofmann, wie sind Sie zum Arztberuf und zu Ihrem Fachgebiet gekommen?

Eine tiefe Prägung habe ich durch mein Elternhaus erfahren, sowohl über meinen Vater als Facharzt für Allgemeinmedizin als auch über meine Mutter als examinierte Arzthelferin. Seit dem 14. Lebensjahr arbeitete ich regelmäßig in den Ferien als Stationshilfskraft im Krankenhaus in der Unfallchirurgie. Während des Studiums habe ich in der Freizeit meinen Vater bei Rettungs-, Nacht- und Hausbesuchsdiensten begleitet. Die Tätigkeit als Arzt war nie ein Job sondern mein Beruf bzw. meine Berufung.

Welche Stationen haben Sie in Ihrem Werdegang besonders geprägt, woraus haben Sie besondere Erfahrungen hinzugewonnen, die sie nun am Standort Bogen einbringen können?

Bedeutende Stationen meines Lebens waren der Aufenthalt meiner Familie in Afrika (Tansania) mit der Tätigkeit meines Vaters als Arzt, das sechsjährige Studium der Humanmedizin in Lemberg, Galizien (heute Westukraine), 20 Jahre unfallchirurgische Tätigkeit an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg und am Klinikum Chemnitz. Eine weitere Profilierung erfolgte auf dem Gebiet der Endoprothetik, der Kindertraumatologie und der Arthroskopie (Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Knie- und Sprunggelenk) am Klinikum Chemnitzer Land und Klinikum Mittleres Erzgebirge. Eine fundierte Ausbildung in der Revisionsendoprothetik (Prothesenwechseloperationen) erfuhr ich unter meinem Lehrmeister Prof. Dr. Rudolf Ascherl im Krankenhaus Tirschenreuth.

Worin liegen Ihrer Einschätzung nach die Herausforderungen und Chancen für die Unfallchirurgie der Zukunft?

Der demografische Wandel lässt sich an der Alterspyramide ablesen, in der die älteren Generationen massiv dominieren. Eine wichtige Zukunftsaufgabe liegt daher im Ausbau der traumatologischen Geriatrie unter Berücksichtigung von Fehlentwicklungen wie der Zunahme von Osteoporose, Bewegungsarmut, Mangelernährung und Vitamin-D-Mangel. Zu beobachten ist auch eine massive Zunahme von Haltungsschäden und orthopädischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen im Bereich der Wirbelsäule: der sogenannte Handynacken, Rundrücken, Beckenverkippungen und Fußdeformitäten.

Wie lautet Ihr Motto oder Leitgedanke für Ihre tägliche Arbeit?

Ich schließe mich dem Zitat von Reichskanzler von Bismarck an: „Gesunderhaltung des Volkes ist das höchste Gut der christlichen Nächstenliebe und der Garant des sozialen Friedens." Erhalt und Wiederherstellung der Gesundheit sind Kernaufgaben des Staates und der Gemeinschaft wie Bildung und innere und äußere Sicherheit.
Ausgebaut werden sollte insbesondere die Prophylaxe zur Vermeidung von Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Bewegungsmangel, Fehlhaltungen bei Kindern durch Sport und Bewegung und gesunde Ernährung. Der Kampf gegen Osteoporose, Muskelschwund und Sturzgefahr des älteren Menschen spielt eine ebenso wichtige Rolle wie der Schul- und Freizeitsport für Kinder, getreu dem Motto „mens sana in corpore sano" - ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Was wünschen Sie sich für Ihre Abteilung und die Zusammenarbeit im Haus?

Hierbei kommt mir ein Zitat von J. W. von Goethe in den Sinn: „Warum denn in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah." Die Schlussfolgerung daraus für mein Fachgebiet liegt in einer wohnortnahen breitgefächerten Unfallchirurgie und Orthopädie vom Kopf bis zur Zehe mit der Orientierung zur Spitzenmedizin. Ich wünsche mir Zusammenhalt in der Gesellschaft und ebenso auch in der Klinik Bogen unter Einbeziehung aller Fachrichtungen und Berufsgruppen: der Inneren Medizin, Altersmedizin und Akutgeriatrie, für die Behandlung multipler Begleiterkrankungen der unfallchirurgischen und orthopädischen Patienten, der Anästhesie bei komplexen Eingriffen wie Endoprothesenrevisionen und bei der sogenannten Fast Track Chirurgie mit dem Ziel einer schnellen Genesung. Eine engste Kooperation mit Hausärzten und anderen niedergelassenen Kollegen, welche die Grundsäule jeglicher Behandlung darstellen, liegt mir ebenso am Herzen wie die Zusammenarbeit mit Belegärzten und weiteren Operateuren am Haus, mit dem Rettungsdienst und dem BRK. Wichtig ist außerdem die Kontaktpflege zu Vereinen und Schulen und der Schulterschluss mit Förderverein und Politik. Gemeinsam lässt sich das Ziel, dass die Klinik Bogen mit der Abteilung Unfall-, Gelenk-, Fußchirurgie und Sportmedizin fortbesteht, realisieren. Sie bildet einen essentiellen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und der Grundbedürfnisse der Bürger.