Kreisklinik Bogen
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    „menschlich und kompetent“

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    „Befragungsergebnisse 2017“

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„Helfertyp“ - aber nicht hilflos!

Mitarbeiterfortbildung für Gewaltprävention, Konfliktmanagement und Selbstverteidigung an der Klinik Bogen

Neuigkeiten 2018

Bereichsleiter Andreas Riederer erklärt am Flipchart vorwurfsfreie und zielorientierte Kommunikation.

Frühere Ministerpräsidenten, Franz Beckenbauer, Markus Wasmeier, Susanne Riesch, Lindsey Vonn, Jan Ullrich ... - Bereichsleiter Andreas Riederer von der Klinik Bogen hat sie alle in seinem ehemaligen Hobby, dem Sicherheitsdienst, persönlich getroffen. An der Klinik kümmert sich der Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung und zertifizierte Trainer für Gewaltprävention, Ju Jutsu- und BJJ-Kampfsportler, ebenso engagiert um das Wohl der ihm anvertrauten Menschen - seien es Patienten oder Mitarbeiter. Seine über 20jährige Erfahrung in diesen Bereichen teilt er gern mit Kollegen im Rahmen von selbst konzipierten Workshops, die er nicht nur bei den Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf, sondern bayernweit in verschiedensten Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Behörden durchführt.

Gesamtes Klinikpersonal in sensiblen Bereichen geschult

Auch wenn die Patienten und Besucher der Klinik Bogen in aller Regel weniger prominent sind als Riederers Schützlinge im Sicherheitsdienst, so sind doch auch im Krankenhaus eine scharfe Beobachtungsgabe und professionelles Auftreten bei verbaler oder gar körperlicher Aggression gefragt.

Gewalt von Patienten gegen Personal ist an Riederers hauptberuflichem Arbeitsplatz zwar kein so großes Thema wie in der derzeitigen medialen Berichterstattung, doch dies macht es für die jeweils Betroffenen im Einzelfall nicht leichter - im Gegenteil. Daher nehmen die Personalverantwortlichen der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf Prävention, Konfliktmanagement und Selbstverteidigung sehr ernst und widmen diesen Themen als eine der ersten Kliniken bayernweit eine eigene Mitarbeiterfortbildung, bei der ausnahmslos das gesamte Personal der besonders gefährdeten Bereiche geschult wird. Die Fachkompetenz und didaktische Erfahrung hierzu hat die Klinik Bogen praktischerweise selbst im Haus.

Andreas Riederer hat die Schulungen speziell auf die Bedürfnisse seiner Kolleginnen und Kollegen zugeschnitten, die im Erstkontakt mit Patienten stehen oder Menschen in gesundheitlichen Extremsituationen betreuen. Nach Trainingstagen für die Rezeptions- und Aufnahmekräfte richtete sich ein weiteres Seminar am vergangenen Donnerstag an das Notaufnahme- und Intensivpersonal.

Eine ganze Wand voll Fragekärtchen sammelten die Teilnehmer zu Beginn anhand ihrer eigenen Erlebnisse und Erzählungen von Kollegen:

  • Wie kann ich als zierliche Krankenschwester souverän auftreten?
  • Wie gehe ich mit ungeduldigen Patienten und Angehörigen um?
  • Was soll oder darf ich überhaupt tun, wenn jemand medizinische Maßnahmen verweigert?
  • Wann und wie sollte man sich körperlich zur Wehr setzen?
  • Wann ist die Polizei hinzuzuziehen?

Eigene Grenzen ausloten und verteidigen

Die vier verschieden Charaktertypen stellte der Trainer anhand des von ihm erstellten Typen-Modells vor. Da gerade in der Pflege tätige Menschen viele Charaktermerkmale des „Helfertyps" in sich vereinen, legte Riederer den Teilnehmern eindringlich ans Herz, einmal bewusst die eigenen Grenzen auszuloten und für sich zu entscheiden, was an Übergriffigkeit „noch geht und was nicht mehr geht". Trotz der sommerlichen Temperaturen zeigten die Teilnehmer beim praktischen Teil vollen körperlichen Einsatz, um sich mit diversen Kniffen und Griffen aus Umklammerungen zu lösen, Schläge abzuwehren und vieles mehr. Notwehr und Nothilfe sind rechtlich abgesichert, da hier die körperliche Unversehrtheit auf dem Spiel steht. Für alles andere stellte der Dozent hilfreiche Kommunikationsstrategien vor, um es erst gar nicht zur Eskalation kommen zu lassen. Mit einem „Herrschertyp" in dessen Sprache zu sprechen, bedeute dabei nicht, sich als „Helfertyp" zu verbiegen, sondern einfach nur situationsgerecht Klartext zu sprechen, was hier und jetzt für Abhilfe bei seinem Problem nötig ist.

Neuigkeiten 2018

Die Kursteilnehmer lernen von Andreas Riederer, sich aus einer Umklammerung zu lösen.

Den Rucksack der Verantwortung nicht allein tragen

Höflichkeit sei laut Riederer von niemandem zu erwarten, der sie von Kindheit an vielleicht gar nicht gelernt hat oder gerade seine Belastungsgrenze um ein Vielfaches überschritten hat. „Wir müssen aufhören, Menschen ändern zu wollen", warnte er. Drei Dinge gebe es aber, die man ändern kann: die eigene Wortwahl, Haltung und Reaktion. Spiegelneuronen zwingen das Gegenüber bei Augenkontakt geradezu, es einem gleich zu tun. Gefährlich sei der „Freeze"-Moment, die Schockstarre und Reaktionsunfähigkeit bei einer unerwarteten Begebenheit. Dagegen empfahl Riederer, stets mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, die Orientierung zu bewahren, beim Entscheiden auf das Bauchgefühl zu hören und dann bewusst und beherzt zu handeln. Eine übergeordnete Instanz und ein Team, auf das man sich verlassen kann, seien dabei laut Riederer unschätzbar wertvoll. „Ihr müsst den Rucksack der Verantwortung nicht allein tragen, sondern könnt und sollt im Ernstfall Hilfe hinzuziehen."