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Neuigkeiten 2019

Ernährungsberaterin Andrea Götz und Chefarzt Dr. Mathias Grohmann beim 29. Gesundheitsabend.

Je weniger, desto gesünder essen

Reges Interesse am Thema Mangelerscheinungen beim Gesundheitsabend im Kulturforum

Eine ausgewogene Ernährung versorgt gesunde Menschen jeden Alters ausreichend mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen. Die Therapie einer Mangelerscheinung muss daher an der Ursache ansetzen und nicht "nach dem Gießkannenprinzip" nur gegen Symptome vorgehen, wie es viele Nahrungsergänzungsmittel tun. So lauteten die Kernbotschaften des 29. Gesundheitsabends der Klinik Bogen im Kulturforum Oberalteich am Donnerstagabend. Die über hundert Teilnehmer zeigten reges Interesse an den Vorträgen der Ernährungsberaterin und AOK-Referentin Andrea Götz und von Chefarzt Dr. Mathias Grohmann, Internist und Gastroenterologe der Klinik Bogen.

Leere Kalorien meiden

Andrea Götz unterschied den quantitativen Mangel, also eine langfristig zu geringe Energiezufuhr, vom qualitativen Mangel, dem Fehlen bestimmter Stoffe wie Proteinen, Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen. "Zwischen dem 30. und dem 80. Lebensjahr sinkt natürlicherweise der Energiebedarf um rund 30 Prozent", erklärte die Referentin. "Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen gleich oder erhöht sich sogar. Je weniger, desto gesünder sollten Sie also essen." Sogenannte "leere Kalorien", wie sie in hellen Semmeln vorkommen, können durch gesunde Alternativen aus Vollkornmehl ersetzt werden.

Vollkorn heißt nicht "auf Körnern herumbeißen"

"Dabei muss man nicht unbedingt auf Körnern herumbeißen, was für ältere Menschen mit Gebissproblemen unangenehm ist", fuhr die Ernährungsberaterin und wies darauf hin, dass es auch fein gemahlenes Vollkornmehl gibt. "„Bei Bezeichnungen wie Dreikorn- oder Fitkornbrot ist nicht garantiert, dass sie tatsächlich aus Vollkornmehl gebacken sind", warnte sie. Geschmack und Konsistenz von Vollkornnudeln oder -reis seien erfahrungsgemäß für viele ungewohnt, können aber mit reichlich Soße oder Beilagen „gut verpackt werden", riet Andrea Götz. Praktische Tipps gab sie pflegenden Angehörige, die oft vergeblich versuchen, appetitlose ältere Menschen zum Essen zu bewegen: "Die nachlassenden Sinne kann man aktivieren, indem man mit Kräutern kräftiger würzt oder nachwürzen lässt, den Teller schön anrichtet und Wünsche berücksichtigt." Gemeinsames Essen bei Tisch statt Ablenkung durch Zeitung, Radio oder Fernseher rege ebenfalls den Appetit an. Insbesondere Getränke sollten stets in Reichweite sein, da im Alter auch das Durstgefühl nachlasse. Rituale wie ein gemeinsamer 5-Uhr-Tee können ebenfalls zum Trinken motivieren.

Für und gegen Austrocknung braucht es nicht viel

Chefarzt Dr. Grohmann warnte davor, Mangelernährung bei Senioren voreilig den Pflegeheimen anzulasten. Bei älteren Menschen reichen oft schon ganz wenige Faktoren für einen Flüssigkeitsmangel, den häufigsten Grund für die Aufnahme an der Klinik: das natürlicherweise geringere Durstgefühl, dazu die altersbedingt höhere Anfälligkeit für Fieber- oder Durchfallerkrankungen. "Stellen Sie sich das Ganze zusätzlich im Hochsommer vor und schon kommt es zu einer Austrocknung, die ins lebensbedrohliche Nierenversagen führen kann", warnte Dr. Grohmann. Überraschend einfach und effektiv sei die Therapie an der Klinik: "Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel besser es den Betroffenen nach einer Infusion geht."

Frei verkäuflich nicht gleich harmlos

Da die Ursachen und Symptome von Mangelerscheinungen so unterschiedlich sind, riet Dr. Grohmann ab von einer Eigenbehandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln "nach dem Gießkannenprinzip". Manche Nährstoffe seien überdosiert sogar schädlich, beispielsweise Kalzium, das zur Steinbildung führen kann. Frei verkäuflich sei nicht gleichbedeutend mit harmlos, zumal im Internet erhältliche Präparate aus dem Ausland intransparent in ihrer Zusammensetzung sind. "Wenden Sie sich bei Beschwerden frühzeitig an Ihren Hausarzt, nicht an Dr. Google", legte der Chefarzt den Teilnehmern abschließend ans Herz.

Neuigkeiten 2019

Viele interessierte Nachfragen hatten Andrea Götz und Dr. Mathias Grohmann zu beantworten, bevor sich der Saal im Kulturforum wieder leerte.