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Neuigkeiten 2019

Chefärztin Dr. Claudia Schott, Innere Medizin, Gastroenterologie, Rheumatologie Klinik Mallersdorf und Dr. Raimund Bauer, Unfallchirurgie, D-Arzt Klinik Bogen (Foto: Elisabeth Landinger)

Keine Panik, aber Vorsicht bei Zecken- und Insektenstichen

Viele Fragen an die Chefärzte der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf beim Gesundheitsabend

Ein Treffen von über 80 Naturfreunden war der 30. Gesundheitsabend der Klinik Bogen im Kulturforum Oberalteich am vergangenen Donnerstag, was nicht verwunderte angesichts des Themas „Zecken- und Insektenstiche". Hierüber referierten zwei Chefärzte der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf: von der Klinik Bogen Dr. Raimund Bauer, Chirurg, Unfallchirurg, Allgemein- und Notfallmediziner und von der Klinik Mallersdorf Dr. Claudia Schott, Internistin, Rheumatologin und Gastroenterologin.

Zecke nicht zur Sekretabgabe veranlassen

Mit einem Fallbeispiel aus der Chirurgischen Ambulanz, einer Zeckenentfernung aus dem Nackenbereich, eröffnete Dr. Bauer seinen Vortrag und hatte hierzu lebendes Anschauungsmaterial dabei: von einer Ambulanzschwester gesammelte, sicher verpackte Zecken. Fachgerecht entfernt werden sie mit einer Zeckenkarte, alternativ mit einer schmalen Pinzette oder Zeckenzange. Der Chefarzt empfahl, die Zecke möglichst weit vorne zu greifen, sie nicht zu zerquetschen und weder Öl noch Klebstoff noch Sonnenmilch aufzutragen: „So verhindert man, dass sie unnötig Sekret ins Blut abgibt." Verbliebene Zeckenreste gebe die Haut nach einiger Zeit von selbst wieder frei, sie können aber auch mit einer Nadel oder einem Skalpell entfernt werden. Den Zeckenstich als Arbeitsunfall stellte Dr. Bauer für den Sonderfall Land- und Forstwirtschaft dar. Bei plausiblem Nachweis besteht die Möglichkeit der berufsgenossenschaftlichen Heilbehandlung durch den Haus- oder Durchgangsarzt.

Bei Allergien gegen Wespen, Hornissen, Bienen oder Hummeln kann ein Stich in der Nähe von Hals, Rachen oder Mund zu einer lebensbedrohlichen Schwellung, Luftnot oder auch allergischer Schockreaktion führen. Bei solchen Allergie-Notfällen helfe Eis, Cortisonzäpfchen oder spritzen, Antihistamintropfen, gels oder salben und für stark allergische Patienten automatische Adrenalininjektoren zum Mitführen.

Bekannte und neue Infektionskrankheiten

Auf die Frage von Chefärztin Dr. Schott, wer in diesem Jahr bereits eine Zeckenbegegnung gehabt hat, hob knapp die Hälfte des Publikums die Hand. „Daran sieht man, dass 2019 wegen des milden Winters ein Zeckenjahr geworden ist", erklärte die Rheumatologin. Den gemeinen Holzbock stellte sie als passive „Lauerzecke" vor. Neuerdings wurden einzelne Hyalommazecken aus Afrika und Asien in unseren Breiten gefunden. Diese Jagdzecken, die mögliche Wirte aus zehn Metern Entfernung wahrnehmen, sind dreimal so groß wie der Holzbock und haben gestreifte Beine. Man fürchtet, dass sie das Krim-Kongo-Fieber einschleppen, eine gefährliche Virusinfektion. Aufgefundene Exemplare solle man für die Forschung einschicken. Einheimische Zecken „sind jedoch bis heute die gefährlichsten Tiere, denen man bei uns im Freien begegnen kann", stellte Dr. Schott fest.

Neuigkeiten 2019

Dr. Raimund Bauer und Dr. Claudia Schott bei ihren Vorträgen im Kulturforum (Foto: Elisabeth Landinger).

Eine schwankende Anzahl trage Borrelien in sich. Im Frühstadium der bakteriellen Infektion erkenne man die Wanderröte, später auch Gelenkschwellungen, Herzprobleme, Lähmungen und schließlich Rückenmark- und Hirnnervenschäden. „Diverse unspezifische Symptome muss man mit der richtigen Spürnase einordnen, ebenso den Bluttest, der viel Interpretationsspielraum lässt", schilderte die Rheumatologin. Individuell abzuwägen sei, ob man gleich auf Verdacht Antibiotika verabreicht oder erst das Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal auf Borrelien testet. Eine Schutzimpfung gebe es nicht, dafür aber eine ursächliche und gut wirksame Therapie. Genau andersherum verhält es sich beim FSME-Virus. „Ganz Bayern ist FSME-Gebiet", warnte Dr. Schott. „Auch über den Verzehr von Rohmilchprodukten von infiziertem Vieh kann man sich damit anstecken." Den vielen milden und kurzen, oft sogar unbemerkten Krankheitsverläufen stehen wenige sehr schwere und langwierige Verläufe mit Gehirn- und Rückenmarkentzündungen gegenüber.

Zusätzlich zur FSME-Impfung empfahlen die Referenten helle, geschlossene Kleidung, lange Hosenbeine, über die man zusätzlich die Socken ziehen kann, Abwehrsprays, Instrumente zur Zeckenentfernung und natürlich die sorgfältige Zeckenschau nach jedem Aufenthalt im Freien.