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Neuer „Lukas“ dank Förderverein im ersten Außeneinsatz

Frühdefibrillation und lebensrettende Hilfsmittel beim Gesundheitsabend vorgestellt

Neuigkeiten 2019

Von links: Franz Xaver Gilch, Wilhelm Lindinger, Chefarzt Dr. Dionys Daller, Elke Mehr, Oberarzt Andreas Pöschl, Oberärztin Susanne Konrad und Marco Pammer mit dem neuen „Lukas“.

Lukas heißt nicht nur der Patron der Ärzteschaft sondern auch die neue, von den Freunden und Förderern der Klinik Bogen finanzierte Reanimationspuppe. Diese hatte beim Gesundheitsabend vergangenen Donnerstag im Kulturforum Oberalteich ihren ersten öffentlichen Einsatz. Zur Veranstaltung unter dem Motto „Ein Leben retten" begrüßte Chefarzt Dr. Dionys Daller das Publikum sowie die Beteiligten des Abends, darunter die ehrenamtliche Repräsentantin Elke Mehr von der Deutschen Herzstiftung, das Team des BRK-Kreisverbands Straubing-Bogen, das Sanitätshaus Hausladen Medotech und die Oberärzte Susanne Konrad und Andreas Pöschl.

Programmierbare Reanimationspuppe simuliert Krankheitsszenarien

Einen besonderen Dank sprach der Dr. Daller den Freunden und Förderern der Klinik Bogen aus, insbesondere dem Vorsitzenden Wilhelm Lindinger und Vorstandsmitglied Franz Xaver Gilch. Ihr Verein hatte die Anschaffung der 10 000 Euro teuren Reanimationspuppe für wichtig befunden und finanziell ermöglicht. Die technisch aufwändig ausgestattete Trainingspuppe trägt dazu bei, Lebensretter realitätsnah auszubilden, seien es Ärzte oder auch Laien. Sie simuliert Atmung, verfügt über Gefäße, in die man eine Nadel legen kann, und einen im EKG auslesbaren Herzschlag. Dieser lässt sich per Computer mit verschiedensten Herzrhythmusstörungen programmieren, um auch angehende Notärzte und Nachwuchsmediziner mit komplizierten Szenarien zu konfrontieren.

Defi „wie Dirigent im Orchester"

Als häufigstes Szenario bei bewusstlosen Erwachsenen stellte Dr. Daller die schnelle Herzrhythmusstörungen vor. Diese mündet unbehandelt ins lebensbedrohliche Kammerflimmern. Dabei arbeitet das Herz ineffizient, füllt sich nicht mehr ausreichend mit Blut, das es zur Sauerstoffversorgung bräuchte und erschöpft sich so innerhalb von nur etwa zehn Minuten. In diesem Zeitfenster sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit sehr schnell. Bleibende neurologische Schäden drohen bereits nach etwa fünf Minuten. Ein Stromstoß aus dem Defibrillator wirkt in dieser kritischen Zeit laut Dr. Daller „wie ein Dirigent, der das Chaos beendet und mit dem Taktstock das Orchester gemeinsam mit der Symphonie beginnen lässt." Ein erfolgreiches Reanimationserlebnis hatte den Kardiologen bei einem Ausflug im Jahr 2004 dazu veranlasst, für seine Idee eines regionalen Defi-Netzes Unterstützer zu suchen. Diese fand er insbesondere im Rotary Club, von dem die Finanzierung der ersten Geräte übernommen wurde. Bei den Schulungen der Anwender fand Dr. Daller rasch und nachhaltig die Unterstützung der Straubinger Kardiologin Dr. Regine Langer-Huber, der er in Abwesenheit dankte. Kein Jahr später konnte schon der erste Patient in einer Schalterhalle am Stadtplatz dank eines solchen Geräts gerettet werden. Infolge steigender Nachfrage sind heute weit über hundert öffentlich gut zugängliche Defi-Standorte in Stadt und Landkreis verzeichnet. „Auch bei einem gut organisierten und schnellen Notarztwesen wie hier in der Region muss man alles tun, um das kritische Zeitfenster für den Patienten zu verkürzen", rief Dr. Daller auf.

Neuigkeiten 2019

Die Oberärzte Susanne Konrad und Andreas Pöschl bei der Reanimationsvorführung.

Man kann gar nichts falsch machen – außer nicht zu helfen

Was das genau für Laien bedeutet, veranschaulichten Oberärztin Konrad und Oberarzt Pöschl, beide auch erfahrene Notärzte. Im ersten Szenario führten Sie am bewusstlosen „Lukas" eine Laienreanimation durch nach den Prinzipien „prüfen – rufen – drücken", also Patient rütteln und schütteln, Notruf unter der Nummer 112 absetzen und Herzdruckmassage im Rhythmus von beispielsweise „Stayin' Alive" von den Bee Gees, entsprechend einer Frequenz von 100 pro Minute. Wer sich dazu in der Lage sieht, kann nach 30mal drücken zweimal beatmen. Ist ein automatischer Defibrillator greifbar, so braucht man lediglich die Sprachanweisungen zu befolgen und die beiden Elektroden nach Anweisung anlegen. Der Stromstoß wird nur dann abgegeben, wenn dieser laut der automatischen Messung auch nötig ist. Oberärztin Konrad wies darauf hin, die Herzdruckmassage wie angesagt nur während der Messung und des Stromstoßes zu unterbrechen. Ansonsten solle man sie fortsetzen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. „Sie sehen also: Die Reanimation ist leicht zu erlernen und die Defi-Anwendung einfach und sicher", fasste Dr. Daller zusammen. „Sie können also gar nichts falsch machen, außer gar nichts zu tun."

Gutes für sich und andere tun: Rotkreuzdose und Herzenswunsch Hospizmobil

Marco Pammer vom BRK-Kreisverband Straubing-Bogen schloss sich dem Empfehlungen an und verwies auf die zusätzliche telefonische Hilfestellung, die man nach Absetzen des Notrufs von der Leitstelle aus bekommt: die Telefonreanimation. Als weiteres potenziell lebensrettendes Hilfsmittel speziell für häusliche Notfälle stellte er die Rotkreuzdose vor. Diese befüllt man mit Patientendaten und wichtigen Informationen zum Beispiel über Vorerkrankungen. Gut auffindbar mit Türaufklebern angezeigt und im Kühlschrank platziert hilft die Dose den Rettungskräften, auch bei nicht ansprechbarem Patienten schnell die richtigen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Die Dose mit Zubehör wurde am Infostand gegen eine Spende von fünf Euro an das Herzenswunsch Hospizmobil des BRK-Kreisverbandes ausgegeben. Mit diesem speziell ausgestatteten Krankenwagen ermöglichen Ehrenamtliche und Fachpersonal unheilbar kranken Patienten, an ihrem Lebensende einen Ausflug an ihr Wunschziel oder Unternehmungen mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Pammer schilderte aus eigenen eindrücklichen Erlebnissen, wie glücklich die Menschen in solchen Augenblicken sind. Nach den ersten elf mit viel Herzblut organisierten und rundum gelungenen Fahrten sind bereits weitere in Planung.