Kreisklinik Bogen
  • Klinik Bogen

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Bogen
  • Gesundheitsabende

    „Jetzt kostenlos anmelden...“

    Gesundheitsabende
  • Klinik Bogen

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Bogen
  • Klinik Bogen

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Bogen

Schatzkiste Endoprothetik - Möglichkeiten und Grenzen des Gelenkersatzes

Neuer Chefarzt Dr. med. Svend Hofmann eröffnet Fortsetzung der Gesundheitsabende

Neuigkeiten 2020

Chefarzt Dr. med. Svend Hofmann bei seinem Vortrag im Kulturforum Oberalteich (Foto: Elisabeth Landinger).

„Einen schwungvollen Neustart in den Normalbetrieb hat nicht nur die Unfallchirurgie der Klinik Bogen hingelegt, sondern auch die Gesundheitsabende im Kulturforum Oberalteich", freute sich die Stellvertretende Landrätin Martha Altweck-Glöbl am vergangenen Donnerstagabend. Zahlreiches Publikum war im Kulturforum Oberalteich erschienen, wo der neue Chefarzt Dr. med. Svend Hofmann die Vortragsreihe mit dem Thema „Der Mensch - Prothesengott oder Ersatzteillager" eröffnete. Chefarzt Dr. med. Dionys Daller, Ärztlicher Direktor der Klinik Bogen, brachte seine Freude über den neuen Kollegen zum Ausdruck. Dieser verfüge über eine stattliche Liste an fachlichen Qualifikationen, unter anderem für Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin, als Mannschaftsarzt und Durchgangsarzt für Schul-, Arbeits- und Wegeunfälle. „Dr. Hofmann ist ein Arzt, dessen Frau sich sogar von ihm operieren ließ", so Dr. Daller. Dies zeuge von großem Vertrauen.

Die Suche nach dem Jungbrunnen

Seinen Vortrag eröffnete Dr. Hofmann mit einem Einblick in die Grundbestandteile, Anatomie und Biomechanik des Menschen. Er skizzierte die Geschichte künstlicher Körperteile vom Zehenersatz, den man in einem Pharaonengrab gefunden hatte, über Prothesen für Kriegsversehrte bis hin zum modernen computergeplanten Gelenkersatz. „Der Wunsch nach ewiger Jugend und Gesundheit beschäftigt die Menschheit seit jeher", stellte der Orthopäde und Unfallchirurg fest. Dass aber nicht alles, was korrigierbar sei auch korrigiert werden müsse, zeigte er am Beispiel eines Weltklassefußballers. Dieser vollbrachte trotz eines O- und eines X-Beines Spitzenleistungen. „Wenn sich der ganze Bewegungsapparat darauf eingestellt hat, funktioniert es manchmal sogar besser ohne Korrektur", erklärte Dr. Hofmann.

Erfolgsfaktoren, „Gretchenfragen" und Risiken

Für den Erfolg eines Protheseneinsatzes sei der Dreiklang aus Qualität, Personal und Finanzierung ausschlaggebend. Die moderne Endoprothetik verglich Dr. Hofmann mit einer Schatzkiste oder einem Baukasten, aus der ein Operateur die individuell geeignete Endoprothese für den Patienten auswählen und auf ihn anpassen kann. Verschiedene Größen, Längen, gut verträgliche Materialkombinationen und computergestützte OP-Planungen helfen dabei, ein möglichst langlebiges Ergebnis und hohe Lebensqualität zu erreichen. Überzogene Erwartungen an die Belastbarkeit, wie beispielsweise Pläne für einen Marathonlauf, müsse man den Patienten aber ehrlicherweise nehmen. Warum Prothesen trotz aller heutigen Möglichkeiten nicht immer funktionieren, liege laut Dr. Hofmann an Grunderkrankungen und Risikofaktoren wie Übergewicht, Medikamenteneinnahme, Mangelerscheinungen, Alkoholmissbrauch und Bewegungsmangel. Die „Bewegungsmaschine Mensch" gehe im Gegensatz zu früher mit täglich bis zu 14 Kilometern heute nur noch rund 700 Schritte pro Tag.

Neuigkeiten 2020

Wilhelm Lindinger, 1. Vorsitzender der Freunde und Förderer der Klinik Bogen e. V., Stellv. Landrätin Martha Altweck-Glöbl, Ärztlicher Direktor Chefarzt Dr. med. Dionys Daller, Karl Hausladen vom Sanitätshaus Hausladen Medotech und Chefarzt Dr. med. Svend Hofmann (von links, Foto: Elisabeth Landinger).

Vor der OP zum Zahnarzt

Karies und entzündetes Zahnfleisch führen häufig zu Infektionen auch im behandelten Gelenk, weshalb Dr. Hofmann allen Patienten vor der Operation stets dringend einen Zahnarztbesuch empfiehlt. Die Hauptursache für eine Implantatlockerung liege beim Patienten selbst, zum Beispiel durch unsachgemäße Belastung. „Zementierte oder nicht zementierte Prothesen?" Dies sei laut Dr. Hofmann die „Gretchenfrage der Endoprothetik". Beides habe seine Vor- und Nachteile, die individuell abzuwägen sind.

Erfahrung wichtiger als Neuartigkeit

Wann ein Gelenkersatz nötig ist, entscheide nicht der Arzt, sondern der umfassend über alle Alternativen aufgeklärte Patient selbst. Bei der Art des Implantates sei nicht so sehr dessen Neuartigkeit relevant, sondern viel mehr die Erfahrung des gesamten OP-Teams und die jahrzehntelange Bewährtheit einer Prothese. „Ein Drittel des Gesamterfolgs macht das Operieren aus, zwei Drittel die Nachsorge, Physiotherapie, Reha und Hilfsmittelversorgung", fügte Dr. Hofmann hinzu. In diesem Zusammenhang dankte er neben seinem Team an der Klinik Bogen auch dem Sanitätshaus Hausladen Medotech, dessen Geschäftsführer Karl Hausladen persönlich mit am Stand beim Gesundheitsabend vertreten war.