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Schilddrüsenchirurgie - sichere Therapie für ein wichtiges Organ in sensibler Lage

Chefarzt Dr. med. Christian Mauerer über gut- und bösartige Erkrankungen, Behandlungsmöglichkeiten und Nachsorge

„Schilddrüsenerkrankungen sind ein wichtiges Thema, das sieht man am zahlreichen Besuch des heutigen Gesundheitsabends der Klinik Bogen", stellte Rosi Deser fest, die als Stellvertretende Landrätin am Donnerstagabend im Kulturforum Oberalteich rund 60 interessierte Gäste zum Vortrag von Chefarzt Dr. med. Christian Mauerer begrüßte. Der Facharzt für Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurg und Notfallmediziner ist mit seinem Team sowohl an der Klinik Bogen als auch gegenüber in der Praxis MINAVIS tätig. Bei der ersten Präsenzveranstaltung der Klinik Bogen nach coronabedingter Pause informierte er über die Bedeutung der Viszeralchirurgie für Schilddrüsenpatienten. Durchs Programm führte der erste Vorsitzende der Freunde und Förderer der Klinik Bogen, Wilhelm Lindinger.

Erkrankungen größtenteils gutartig

Dr. Mauerer veranschaulichte den Aufbau der Schilddrüse, ihre Lage, umgeben von großen Halsvenen, -arterien und dem Stimmlippennerv. Die Schilddrüse erkranke zumeist, wenn der Regelkreislauf der Botenstoffe, an dem sie beteiligt ist, gestört sei. Zu den gutartigen Krankheitsbildern zählen die Schilddrüsenunterfunktion, -überfunktion und der Kropf. Bei Jodmangel könne sich die Schilddrüse vergrößern und Knoten bilden. Letzteres sei bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung der Fall. In Deutschland werden jährlich etwa 100.000 Schilddrüsen operiert, dabei wird in rund 5.000 Fällen Schilddrüsenkrebs diagnostiziert.

Neuigkeiten 2022

Gesundheitsabend zum Thema Schilddrüse Gesundheitsabend zum Thema Schilddrüse [4862] Von links: Fördervereinsvorsitzender Wilhelm Lindinger, Georg Kagermeier von der AOK-Direktion Straubing, Christian Schwarz, Stellvertretender Vorstand der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf, Stellvertretende Landrätin Rosi Deser, und Chefarzt Dr. med. Christian Mauerer (Foto: Anika Stockinger)

Dieser sei im Frühstadium symptomfrei. Lokale Anzeichen können auf Krebs hindeuten, zum Beispiel derbe, schnell wachsende, nicht schluckverschiebliche Knoten, die ein Druck-Enge-Kloßgefühl, Schluckbeschwerden, gestaute Halsvenen oder plötzliche Heiserkeit verursachen. Als Diagnosemöglichkeiten nannte Dr. Mauerer die Messung der Schilddrüsenhormone, Ultraschalluntersuchung, Szintigraphie, Feinnadelpunktion und Comptutertomographie. Das weitere Vorgehen basiere auf dem Ergebnis der Befunde.

"Sicherheit vor Krebs bietet nur die OP."

„An der interdisziplinären Zusammenarbeit sind die Viszeralchirurgie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in der Regel nur bei der Entfernung der Schilddrüse beteiligt", schränkte der Chefarzt ein. „Den Hauptanteil leisten die Nuklearmedizin, Innere Medizin, Endokrinologie und bei Krebsbefund die Onkologie." Jedoch sei laut Dr. Mauerer der chirurgische Beitrag umso wichtiger, wenn funktionelle Beschwerden und das Krebsrisiko beseitigt werden sollen: „Hundert Prozent Sicherheit vor Schilddrüsenkrebs bietet letztlich nur die OP".

Schutzmaßnahmen und Nachsorge besonders wichtig

Der Eingriff sei sicher durchführbar und mache selbst den Großteil bösartiger Schilddrüsenknoten sehr gut beherrschbar, berichtete der Viszeralchirurg. Wegen der sensiblen Lage der Schilddrüse gebe es Sicherheitsvorkehrungen wie das Neuromonitoring zur Überwachung des Stimmbandnervs. „Nach der Operation ist es enorm wichtig, sich weiter um die Patienten zu kümmern und bereits vor der Klinikentlassung ein Konzept für das weitere Vorgehen an die Hand zu geben", betonte Dr. Mauerer. Zur Nachsorge zählen die Kontrolle der Nebenschilddrüsen, die HNO-Kontrolle der Stimmlippenfunktion und die patho-histologische Gewebsuntersuchung für eine eventuelle Folgetherapie.
Eine Gesprächsrunde mit reger Beteiligung schloss den Vortrag ab. Hier kamen sowohl allgemeine Fragen wie Alternativen zu einer OP zur Sprache, als auch konkrete Sorgen um Lebensqualität ohne Schilddrüse, die Dr. Mauerer mit Hinweis auf die Möglichkeiten der Endokrinologie ausräumen konnte.