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Neuigkeiten 2019

Markus Romberg vom DGUV Landesverband Südost (l.) und Dr. Raimund Bauer, Chefarzt der Unfallchirurgie und D-Arzt an der Klinik Bogen bei ihrer Fortbildung auf dem Bogenberg.

Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Chefarzt und DGUV-Vertreter informieren: Prävention gegen Arbeitsunfälle lohnt sich

Anlässlich des Welttages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, den die International Labour Organisation ILO jährlich am 28. April ausruft, schildern Chefarzt Dr. Raimund Bauer von der Klinik Bogen und Markus Romberg von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, ihre Beobachtungen und Erfahrungen mit Schul-, Arbeits- und Wegeunfällen. Die zahlenmäßige Entwicklung der tödlichen Schul-, Arbeits- und Wegeunfälle ist laut DGUV seit den 1990er Jahren insgesamt rückläufig, am deutlichsten die der tödlichen Unfälle am Arbeitsplatz. Im ländlichen Einzugsgebiet der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf spielen sich zahlreiche Unfallszenarien in der Land- und Forstwirtschaft ab, insbesondere im Zusammenhang mit Großtieren, Bäumen und Maschinen.

Soziale Härtefälle abfangen

Mehr als vier Millionen Unternehmen und Einrichtungen deutschlandweit sind Mitglieder der gesetzlichen Unfallversicherung. Träger sind die Berufsgenossenschaften (BG) und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Dort sind unter anderem Kinder, Schüler und Studierende versichert. Die Vorsorge, Behandlung und Nachsorge bei Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen wird durch die Unfallversicherungsträger „mit allen geeigneten Mitteln und komplett aus einer Hand abgedeckt", wie Markus Romberg berichtet, „also Prävention, Rehabilitation und Entschädigung".

Unfallumstände ausschlaggebend

Damit den Versicherten die umfangreichen Leistungen tatsächlich zugutekommen, sind gewisse Formalitäten und Abrechnungsmodalitäten zu beachten, über die Markus Romberg Ärzte und Fachpersonal regelmäßig schult, so auch kürzlich gemeinsam mit Dr. Bauer in Bogen. „Wichtig ist es, als Patient im Gespräch mit dem Arzt die Unfallumstände genau zu beschreiben", rät Dr. Bauer, der als Durchgangsarzt über eine gesetzliche Zulassung für berufsgenossenschaftliche Heilverfahren verfügt. „Natürlich ist das bei akuten Verletzungen nicht immer sofort möglich, aber sobald das Schlimmste überstanden ist, sollte man nochmals alles im Detail durchgehen." Ein Arbeitsunfall liegt dann vor, wenn eine versicherte Person bei einer versicherten, also betrieblichen oder schulischen Tätigkeit oder auf dem Weg von dieser oder dorthin, einen Unfall mit einem Gesundheitsschaden erleidet.

Auch Ehrenamtliche versichert

Die gesetzliche Unfallversicherung kommt auch für Unfallfolgen auf, die auf den ersten Blick gar nicht nach einem Arbeits- oder Wegeunfall aussehen. Als Beispiel nennt Dr. Bauer die Land- und Forstwirtschaft, bei der betriebliche und private Tätigkeiten oft eng verflochten sind. Zuständig ist hier in der Regel die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Ebenso versichert sind einige ehrenamtliche Tätigkeiten, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Beim Weg zwischen Wohnung und Arbeit ist die Art und Weise der Fortbewegung im Rahmen des verkehrsüblichen freigestellt", erklärt Markus Romberg und fügt hinzu: „Sie sind also auch mit dem Fahrrad, zu Fuß oder auf Inlineskates versichert." Abgedeckt sind auch nachvollziehbare Umwege, die beispielsweise besser für Radfahrer geeignet sind, Zeit sparen oder wegen Fahrgemeinschaften gemacht werden, nicht jedoch Abstecher für private Zwecke, wie Einkäufe oder Abwege in die Gegenrichtung.

Berufsrisiken in der Land- und Forstwirtschaft

Das weitgehend ländlich geprägte Einzugsgebiet der Klinik Bogen führt dazu, dass beim Durchgangsarzt bestimmte Verletzungen gehäuft behandelt werden, wie sie typischerweise in der Land- und Forstwirtschaft mit Großtieren oder Maschinen auftreten. Sei es die schwere Quetschung durch eine trächtige Kuh im Stall, die Unterschenkelfraktur durch einen umkippenden Baumstamm, oder Gelenkschäden am Knie nach Stoß durch ein Schwein: alle medizinischen Möglichkeiten von der einfachen Wundversorgung bis zum Schockraum stehen an der Klinik Bogen zur Verfügung. „Für Patienten mit eigenem Landwirtschaftsbetrieb kann ein Arbeitsunfall schnell existenzgefährdend werden", erläutert Chefarzt Dr. Bauer. „Eine engmaschige ärztliche Betreuung und finanzielle Absicherung, wie sie den Betroffenen dank der gesetzlichen Unfallversicherung zusteht, ist hier besonders wichtig. Erfahrungsgemäß würden die meisten gern schon viel früher wieder auf dem Hof mit anpacken als ihrer Verletzung gut täte."