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Innere Medizin

Chefarzt Dr. Mathias Grohmann (r.) erklärt einen Endoskopiebefund.

„Wie wäre es mal mit Vorsorge als Vorsatz?“

Vorsorgedarmspiegelung funktioniert auch mit wenig Ausdauer und Entbehrungen

Wenn die ersten Faschingskrapfen winken, fällt es schwer, den beliebten Neujahrsvorsatz „gesünder zu leben" nicht gleich wieder auf Eis zu legen. „Gesunde Ernährung und Bewegung beugen gegen alle erdenklichen Krankheiten vor", stellt Chefarzt Dr. Mathias Grohmann von der Klinik Bogen fest. „Es ist nie zu spät, mit diesen lohnenden Vorsätzen wieder anzufangen", ermuntert der Internist und Gastroenterologe alle, die nach den ersten Wochen des neuen Jahres schon wieder ein wenig eingeknickt sind. „Dabei sollte man ab einem bestimmten Alter auch noch an eine weitere sehr wirkungsvolle Gesundheitsmaßnahme denken", fügt Dr. Grohmann hinzu und schlägt vor: „Wie wäre es zum Beispiel, sich für 2019 die Vorsorgedarmspiegelung vorzunehmen?" In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab dem 55. Lebensjahr Anspruch auf die endoskopische Untersuchung, vielleicht schon bald ab dem 50. Lebensjahr; bei familiärer Vorbelastung oder bestimmten Vorerkrankungen auch schon früher und bei unklaren Beschwerden jederzeit.

Ein gut investierter Tag

In puncto Ausdauer und Entbehrung schlägt die Darmspiegelung die meisten Gesundheitsvorsätze um Längen, denn sie lässt sich in nur einem Tag abhaken. „Die Nüchternheit ist erfahrungsgemäß das geringste Problem für die Patienten", berichtet Dr. Grohmann. Doch es gibt noch ganz andere Vorurteile und Ängste, die Menschen daran hindern, ihr Recht auf Vorsorge wahrzunehmen: „Die einst so gefürchteten hohen Trinkmengen zur vorangehenden Darmreinigung konnten dank neuer, bekömmlicher Abführlösungen auf ein gut verträgliches Maß reduziert werden", schildert der Gastroenterologe. Die Angst vor Schmerzen sei unbegründet dank der verwendeten Schlaf- und Schmerzmittel sowie der schonenden endoskopischen Untersuchungstechniken. Bei weitem überwiegt jedoch die Angst davor, nach dem Aufwachen eine schlimme Diagnose mitgeteilt zu bekommen.

Krebsvorstufen erkennen und entschärfen

„Da wir bei der Vorsorgekoloskopie in aller Regel beschwerdefreie Personen untersuchen, ist auch die Krebshäufigkeit sehr gering", weiß Dr. Grohmann zu berichten. „Aber bei einem beträchtlichen Anteil aller erstmals Untersuchten finden wir Adenome, also Polypen, aus denen sich im weiteren Verlauf Darmkrebs entwickeln kann." Ist diese Gefahr erkannt, so wird sie im selben Untersuchungsgang auch gleich gebannt. Mit endoskopisch eingebrachten Instrumenten wie filigranen Schlingen lassen sich Polypen abtragen, bevor sie bösartig werden. „Nach einer Polypenabtragung wird eine Kontrolle nach drei bis fünf Jahren empfohlen - je nach Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung", zitiert Dr. Grohmann die aktuellen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften.

Darmkrebsvorsorge rettet Leben

„Ohne krankhaften Befund in der Darmspiegelung hat man sogar in Sachen Darmkrebs ein ganzes Jahrzehnt seine Ruhe, bis die nächste Kontrolluntersuchung empfohlen wird. Die Vorsorgekoloskopie nimmt also mehr Ängste als sie überhaupt schüren sollte." Auch weitere Beschwerden des Verdauungstrakts können oft endoskopisch miterkannt und in der Folge fachgerecht behandelt werden, zum Beispiel Divertikel, Entzündungen und Engstellen. „Man schlägt mit einer einzigen Darmspiegelung erstaunlich viele Fliegen mit einer Klappe", fasst der Endoskopiker zusammen. Auf die Frage, was ihn abgesehen davon motiviert, unermüdlich für die Vorsorgeuntersuchung zu plädieren, entgegnet Dr. Grohmann: „Es gibt sehr gute Daten und klare Empfehlungen aus den wissenschaftlichen Leitlinien. Mehrere Studien stimmen darin überein, dass die Darmkrebserkrankung dank der Vorsorgekoloskopie deutlich gesenkt werden konnten, nachdem sie zuvor stetig angestiegen war. Darmkrebsvorsorge rettet also Leben. Abgesehen davon ist es immer wieder eine Freude zu sehen, wie erleichtert die Patienten die Endoskopie verlassen, völlig erstaunt darüber, dass es schon vorbei ist ohne etwas gespürt zu haben."