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Neuigkeiten 2016

Chefärztin Dr. med. Claudia Schott sichtet Darmdivertikel in einem Endoskopiebild

Darmdivertikel - Bin ich krank?

5 Fragen an die Gastroenterologin Dr. Claudia Schott anlässlich des Divertikel-Tages

Gefährlich oder nur ein gut versteckter Schönheitsfehler? Darmdivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die bei Betroffenen zur Beunruhigung führen können. Die Gastro-Liga e. V. hat daher den deutschlandweiten Magen-Darm-Tag am 5. November unter das Motto „Darmdivertikel" gestellt. Zu diesem Anlass steht Chefärztin Dr. med. Claudia Schott von der Inneren Medizin der Klinik Mallersdorf Rede und Antwort. Sie ist unter anderem spezialisiert auf das Fachgebiet Gastroenterologie, das sich mit der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstraktes beschäftigt.

Frau Dr. Schott, wie entstehen eigentlich Divertikel im Darm?

Dr. Schott: Divertikel sind nicht angeboren. Man erwirbt diese Ausstülpungen der Dickdarmwand erst im Laufe des Lebens. Sie bilden sich im Bereich muskelschwacher Lücken, an denen die versorgenden Blutgefäße durch die Darmwand treten. Da der Druck im linksseitigen S-förmigen Abschnitt, dem sogenannten Sigma-Darm, besonders hoch ist, treten sie hier gehäuft auf. Grundsätzlich können sie aber im gesamten Dickdarm vorkommen.

Erkennt man Divertikel als Betroffener selbst an eindeutigen Symptomen?

Dr. Schott: Nicht entzündete Divertikel bereiten in der Regel keine Beschwerden und werden meist als Zufallsbefund bei einer Darmspiegelung entdeckt. Divertikelentzündungen verursachen hingegen sehr häufig Komplikationen. Dann spricht man von der Divertikelkrankheit. Die Beschwerden sind dann ähnlich wie beim Reizdarm: gesteigertes Schmerzempfinden im Darm, wiederkehrende schneidende Bauchschmerzen, oftmals im linken Unterbauch, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen. Obwohl Divertikel mit steigendem Alter zunehmen, muss man auch bei jüngeren Bauchschmerzpatienten immer eine Divertikulitis mit in Betracht ziehen. Greift die Entzündung auf benachbarte Organe wie Blase oder Genitaltrakt über, kann es außerdem zu Beschwerden beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr kommen.

Bei welchen Beschwerden würden Sie raten, einen Arzt zu konsultieren?

Dr. Schott: Die beschriebenen Symptome sind zwar nicht sehr spezifisch und können viele weitere Ursachen haben. Ignorieren sollte man sie aber keinesfalls, um einen schweren Divertikulitisverlauf mit Fieber, akuten Schmerzen und Entzündungszeichen im Blut zu vermeiden. Auch eine Divertikelblutung ist ein ernst zu nehmender Notfall. Viele Patienten klagen darüber, dass „die ganze Schüssel rot ist", was nicht verwundert, denn sie verlieren häufig mehr Blut als bei Hämorrhoiden oder Darmkrebs. Ansonsten gelten für Divertikel die Empfehlungen für die Vorsorgedarmspiegelung, zu der man aus medizinischer Sicht ab 50 bis 52 Jahren rät, bei Beschwerden natürlich auch altersunabhängig.

Was kann die Gastroenterologie für die Erkennung und Behandlung der Divertikelkrankheit leisten und wann wird die Chirurgie mit ins Boot geholt?

Dr. Schott: Anhand der vielfältigen Beschwerden sieht man schon, dass mehrere Fachrichtungen an einem Strang ziehen müssen - von der Allgemeinmedizin über die Innere Medizin, gegebenenfalls Urologie bis hin zur Chirurgie. Eine Darmspiegelung wird bei einer akuten Divertikelentzündung nicht sofort gemacht, um die geschwächte Darmwand zu schonen. Die Diagnostik erfolgt daher zunächst mittels Befragung, Bauch-, Blut- und Ultraschalluntersuchung. Wenn es Hinweise auf eine komplizierte Divertikulitis gibt, hilft die Computertomographie weiter. So wird die Diagnose gesichert, andere Ursachen wie eine Blinddarmentzündung ausgeschlossen und das Krankheitsstadium ermittelt. Bestimmte Stadien der Divertikelentzündung lassen sich medikamentös, nach Bedarf mit Antibiotika und unter Verzicht auf feste Nahrung ausheilen. Eine Operation wird bei Divertikeln niemals als reine „Schönheits-OP" für den Darm durchgeführt, sondern nur dann, wenn anderweitig nicht behebbare funktionelle Komplikationen auftreten wie Abszesse, Darmverschluss, Darmdurchbruch oder schwere Divertikelblutungen.

Was kann man selbst beitragen zur Vorbeugung gegen Divertikel oder gegen ein Wiederauftreten nach der Behandlung?

Dr. Schott: Nicht beeinflussbar sind die Risikofaktoren Alter und genetische Veranlagung. Umso mehr sollte man sich um die beeinflussbaren Faktoren bemühen, die letztlich ausschlaggebend für Beschwerden sind. Ratsam ist eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Bewegung, was die Darmpassage der Nahrung verkürzt und verhindert, dass man beim Stuhlgang zu stark pressen muss. Alkohol, Nikotin und rotes Fleisch wirken sich bei Divertikeln ebenfalls ungünstig aus. Außerdem sind zahlreiche Neben- und Begleiterkrankungen bekannt, die das Risiko für die Divertikelkrankheit erhöhen, darunter Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, koronare Herzkrankheit und Diabetes. Beugt man gegen diese mit einem gesunden Lebensstil vor, lohnt es sich gleich in mehrfacher Hinsicht.

INFORMATION:

Die Gastroenterologie und Viszeralchirurgie der Klinik Mallersdorf laden am Donnerstag, den 1. Dezember ein zu einem Patientenseminar. Das Thema lautet „Divertikelkrankheit - wenn die Darmwand schwächelt". Um 17 Uhr beginnt die Veranstaltung mit einer Endoskopie-Besichtigung und OP-Simulation im Erdgeschoß. Ab 18 Uhr halten die Chefärztinnen Dr. med. Claudia Schott und Annette Buchert Vorträge im Speisesaal (1. UG) zu den Themen „Divertikel im Darm - wann wird's gefährlich?" und „Divertikel-Entzündung - wann und wie wird operiert"? Willkommen sind Patienten, Angehörige, Besucher und die interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei.

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