Kreisklinik Mallersdorf
  • 170 Jahre Klinik Mallersdorf

    „Willkommen in Ihrer Klinik mit Tradition und Zukunft“

    170 Jahre Klinik Mallersdorf
  • Klinik Mallersdorf

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Mallersdorf
  • Corona / COVID-19

    „Wichtige Informationen für Patienten und Besuchspersonen“

    Corona / COVID-19

Eine Institution geht in den Ruhestand

Emotionaler Abschied von Stationsärztin Barbara Kuffner

Neuigkeiten 2020

Foto (aufgenommen von Chefärztin Dr. Claudia Schott): von links Martina Jais, Angelika Sigl, Martina Huber, Barbara Kuffner, Carmen Utz, Christian Bräu und Daniela Beutlhauser bei der Verabschiedung im Foyer vor Station 11 der Klinik Mallersdorf.

Mit einem großen Aufgebot an Dekoration und Erinnerungen aus ihrer Zeit an der Klinik Mallersdorf haben Vertreter verschiedener Abteilungen zum Jahresende die seit 1981 am Haus tätige Stationsärztin Barbara Kuffner, bei einem emotionalen Empfang im Foyer vor Station 11 verabschiedet. Mit ihr geht eine „Institution" der Klinik und bekannte Persönlichkeit der Region in den Ruhestand. Dabei war Bekanntheit ganz und gar nicht das, wonach Barbara Kuffner strebte, und doch wurde ihr diese durch ihre beharrliche Arbeit für die Patienten und einige Schlüsselerlebnisse in ihrem Leben immer wieder zuteil.

Mallersdorf erst mal auf der Landkarte gesucht

Nach ihrer Internatszeit und ihrem Medizinstudium in München verspürte die gebürtige Viechtacherin keinen Wunsch, in den Bayerischen Wald zurückzukehren, wo ihre Mutter eine bekannte Persönlichkeit war und sie selbst auch mit im Fokus der Öffentlichkeit gestanden wäre. Stattdessen suchte sie über die Stellenvermittlung der Kassenärztlichen Vereinigung anderswo nach einer Assistenzarztstelle, was zum damaligen Zeitpunkt mit zahlreichen Bewerbern auf jede Stelle noch sehr schwierig war. Als sie erfuhr, dass in Mallersdorf eine Assistenzarztstelle frei wurde, musste sie erst einmal auf der Landkarte danach
suchen. „Navis hat es damals noch nicht gegeben", erinnert sie sich zurück.

Beim Vorstellungsgespräch 1981 forderte der damalige Chefarzt Dr. Georg Strieder eine schnelle Entscheidung. Diese traf sie umgehend und sagte zu, bereute es jedoch schon am ersten Tag wieder, als der Chefarzt einen Kollegen anherrschte: „Chef bin immer noch ich!"

Durchgehalten aus Begeisterung für die Innere Medizin

Trotz ihres ersten Gedankens „Hier halte ich es keine 14 Tage aus" entschloss sie sich, zumindest ein Vierteljahr zu bleiben, „damit es im Lebenslauf nicht so komisch ausschaut". Da ihr auch das noch zu wankelmütig erschien, beschloss sie, ein Jahr durchzuhalten, in dem sie ihre Liebe zur Inneren Medizin vertiefte und schließlich langfristig an der Klinik Mallersdorf blieb: von 1981 durchgehend bis Ende 2020 mit nur einjähriger Unterbrechung im Jahr 1988 zur Vollendung ihrer Facharztausbildung zur Internistin am Klinikum Straubing. In Mallersdorf hat sie seither sechs internistische Chefärzte miterlebt: Dr. Georg Strieder, Dr. Michael Feldmeier, Dr. Wollner, Dr. Grießhammer, Dr. Schott und Dr. Schmid. Wie kein anderer kennt sie Patienten und Angehörige persönlich, wird im Supermarkt von Menschen angesprochen, die ihr viel zu verdanken haben. „Frau Kuffner ist Spezialistin für seltene Diagnosen", lobt Chefärztin Dr. Claudia Schott. „Sie hat sich richtig festgebissen, bis sie die richtige Lösung gefunden hat."

Neuigkeiten 2020

Stationsärztin Barbara Kuffner (Mitte) bei der Visite (Archivbild Klinik Mallersdorf).

Als Notärztin Leben gerettet

Jahrelang ist Barbara Kuffner auch als Notärztin Einsätze gefahren. Ein dramatisches Erlebnis blieb ihr dabei in besonderer Erinnerung. Im tiefsten Herbst bei Dunkelheit traf sie eine suizidalen jungen Mann an, der sich mit einem Pflanzenschutzmittel vergiften wollte, das ähnlich wie Novitschok wirkte. Dass Kuffner ihm schnell Atropin spritzte, rettete ihm das Leben.

Zu ihren weiteren Einsatzstätten zählte die frühere Krankenpflegeschule neben der Klinik, in der sie Pathologie, Augenheilkunde und HNO unterrichtete: „Nicht meine Lieblingsfächer, aber ich habe es trotzdem gemacht."

Neuigkeiten 2020

Abschied von Barbara Kuffner mit Carmen Utz (li.), Angelika Sigl (2. v. li.), Christian Bräu (3. v. li.), Dr. Claudia Schott (re.)

„Sand Sie ned die aus'm Fernsehen?"

Auf der Suche nach einem Konterfei für ein Rollup, das die Klinik Mallersdorf an ihren Messeständen oder bei Informationsveranstaltungen aufstellen wollte, war schnell klar, dass sich Barbara Kuffner als „Gesicht der Klinik" hervorragend eignen würde. Es verstand sich von selbst, dass dieses Rollup auch bei der Abschiedsdekoration nicht fehlen durfte. Noch viel mehr trug zu ihrer Bekanntheit jedoch im Jahr 2002 ihre Teilnahme bei Günther Jauchs Fernsehsendung „Wer wird Millionär?" bei. Mit ihrem enormen Allgemeinwissen schlug sich Barbara Kuffner erfolgreich über viele Runden hinweg und gewann 125 000 Euro. Jahrelang wurde sie darauf noch bei öffentlichen Begegnungen darauf angesprochen und gefragt: „Sand Sie ned die aus'm Fernsehen?" Hausinterne Berühmtheit erlangte auch ihr Arbeitszimmer, das liebevoll „das geordnete Chaos" genannt wird. Assistenzarzt Tobias Nerl hat es vor der Räumung, mit der Barbara Kuffner einige Tage beschäftigt sein wird, noch fotografiert und daraus ein Puzzle erstellen lassen. Dieses überreichte er zum Abschied, damit Barbara Kuffner auch im Ruhestand noch weiter darin herumräumen kann. Dieses und die weiteren Präsente und anerkennenden Worte zum Abschied sorgten bei der angehenden Ruheständlerin für große Rührung, so dass trotz der coronabedingten Einschränkungen ein gebührender Abschied daraus wurde.