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Neuigkeiten 2017

Chefärztin Dr. Claudia Schott in Schutzkleidung vor einem Isolierzimmer auf der internistischen Station 11 der Klinik Mallersdorf

Grippewelle im Landkreis deutlich spürbar

Jedoch uneingeschränkter Betrieb an den Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf

Nach dem Glatteis fordert auch die Grippewelle die Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf heraus.

Der neue Chefarzt Dr. med. Mathias Grohmann von der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Klinik Bogen schildert: „Derzeit haben wir durchschnittlich rund drei bis fünf stationäre Patienten mit Influenza A und B am Haus mit Fieber und den typischen Symptomen. Darunter befanden sich erfreulicherweise bisher keine beatmungspflichtigen Patienten. Alle Grippepatienten werden isoliert, bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht." Auf die Frage, wie sich die dadurch bedingte Einzelbelegung auf die Aufnahmefähigkeit der Klinik Bogen auswirkt, antwortet Dr. Grohmann: „Mit den vorhandenen Kapazitäten ist derzeit alles in den Griff zu bekommen, auch wenn wir tagtäglich neu entscheiden müssen, wie wir die Belegung organisieren. Das Krankenhaus kollabiert deshalb aber nicht, es ist einfach mehr zu tun. Wir nehmen den Zulauf durchaus als Welle wahr, die wir aber momentan gut bewältigen können."

Einen großen Zustrom an Influenzapatienten hatte die Klinik Mallersdorf am vergangenen Wochenende zu verzeichnen. Chefärztin Dr. Claudia Schott berichtet: „40 bis 50 Prozent der Patienten, die am Wochenende über die Notaufnahme kamen, stellten sich als echte Grippefälle heraus. Derzeit sind es vier bis fünf Influenzapatienten innerhalb eines Tages, meist ältere Menschen mit begleitender Lungenentzündung, aber vereinzelt auch junge Leute, die es besonders stark getroffen hat." Dabei überwiegen die allgemeinen Grippesymptome wie Fieber, Husten, Atemprobleme und allgemeines schweres Krankheitsgefühl. Aber auch Durchfall und Erbrechen wird beobachtet, vor allem bei jüngeren Patienten. Dr. Schott nennt als Beispiel ein 12jähriges Kind, das stark erbrechen musste: „Wir haben auf Norovirus und Influenza hin untersucht und es hat sich Influenza A bestätigt. Ein junger Erwachsener hingegen hatte Influenza B mit schwerer Lungenentzündung und hohen Entzündungswerten."

Von den Grippeerkrankten an der Klinik Mallersdorf haben laut Dr. Schott rund 70 bis 75 Prozent die Influenza A, fünf Prozent eine Influenza B und 20 bis 25 Prozent einen - auch wie die Influenzaviren - isolationspflichtigen Atemwegsvirus, den RSV oder Respiratory syncytial Virus.

„In der Inneren Abteilung an der Klinik Mallersdorf haben wir derzeit 30 bis 40 Prozent der stationären Fälle mit Influenza oder RSV in Isolation," berichtet sie weiter, „schwere Fälle in letzter Zeit auch auf der Intensivstation."

Lang anhaltende Atembeschwerden, haben oft damit zu tun, dass auch das Herz mit angegriffen ist, warnen die Chefärzte. Eine bereits vorhandene Herzschwäche in Zusammenhang mit einer Influenzainfektion sei besonders schlimm. Ältere Patienten mit Begleiterkrankungen leiden unter schweren Krankheitsverläufen, aber durchaus auch einzelne jüngere Patienten. Manche leichteren Fälle dürfen nach Abklärung der Lage auch wieder nach Hause, sofern keine Notwendigkeit einer stationären Behandlung besteht. „Durch unser internes Belegungsmanagement gelingt es ganz gut, trotz der vielen Isolationsfälle Patienten nach wie vor stationär aufzunehmen", stellt Dr. Schott fest. „Wer stationäre Behandlung benötigt, wird aufgenommen, auch wenn wir auf Anschlag arbeiten."

Derzeit keine Grippewelle beim Personal

Einige Krankheitsausfälle gibt es zwar aktuell beim Personal der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf, jedoch dadurch keine Einschränkungen in der Patientenversorgung. Laut Betriebsärztin Dr. med. Christine Oswald geht der Krankenstand nicht über das saisonal übliche Maß hinaus: „Es gibt zwar Erkältungen und das um diese Jahreszeit Übliche, aber nicht direkt eine Grippewelle bei den Beschäftigten. Die Mitarbeiter verhalten sich umsichtig und viele haben die fürs Personal kostenlose Grippeschutzimpfung wahrgenommen." Diese ist ein Service der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf und wurde in den vergangenen Jahren zusätzlich aktiv von der Betriebsärztin beworben. Als Erfolg wertet Dr. Oswald auch den verwendeten Impfstoff: „Unsere Mitarbeiter wurden mit dem sogenannten tetravalenten Impfstoff versorgt, der den bestmöglichen Schutz bietet."

Auch vereinzelte Patienten waren laut Chefärztin Dr. Schott geimpft, erkrankten aber doch an Influenza: „Es gibt also durchaus auch sogenannte ‚Non-Responder', das heißt Menschen, die auf eine Grippeimpfung nicht angesprochen haben. Der überwiegende Teil der Grippeerkrankten, also mehr als 95 Prozent, ist jedoch nicht geimpft gewesen. Darin liegt das eigentliche Grundübel."

Mehrleistung der Kliniken wird finanziell abgestraft

Auf ein weiteres, jedoch finanzielles Grundübel weist Vorstand Robert Betz im Zusammenhang mit den Glatteisfolgen und der Grippewelle hin: „Ein funktionierendes Netz aus kleineren und größeren Kliniken mindert in solchen Zeiten das Risiko einer lokalen Überlastung in einem Zentrum. Dafür, dass wir zu solchen Spitzenbelegungszeiten mit unseren Bettenkapazitäten zur Verfügung stehen und Mehrleistungen erbringen, werden die Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf vom Gesetzgeber finanziell massiv abgestraft."  Insbesondere verweist er auf den sogenannten Fixkostendegressionsabschlag, der besagt, dass Kliniken, sofern sie über das zuletzt vereinbarte Leistungsaufkommen hinaus Leistungen erbringen, für diese Leistungen mindestens drei Jahre lang 35 Prozent der dafür erzielten Einnahmen an die Krankenkassen zurück zahlen müssen: in der Summe also 105 Prozent der Einnahmen. „Hierbei geht der Gesetzgeber davon aus, dass Kliniken bewusst Leistungen ausweiten, die nicht wirklich erforderlich sind und will somit Fehlanreize im Finanzierungssystem verhindern", erläutert Betz. „Unterstellt man nun die Richtigkeit dieser Annahme, so kann bei einer Grippewelle, wie sie derzeit auftritt, wahrlich nicht von bewusster oder absichtlicher Leistungsausweitung der Kliniken gesprochen werden. Hier stellt sich die Frage, ob solche Vorgaben auch für Notfallpatienten wirklich der Intention des Gesetzgebers entsprechen können." Die Notfallversorgung einzuschränken sieht er angesichts des Versorgungsauftrags der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf als nicht vertretbar und plädiert für eine entsprechende Honorierung dieser Leistung.

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