Kreisklinik Mallersdorf
  • Klinik Mallersdorf

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Mallersdorf
  • Klinik Mallersdorf

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Mallersdorf
  • Herzlich willkommen!

    „Sehen Sie sich bei uns um!“

    Herzlich willkommen!
  • Patientenzufriedenheit

    „Befragungsergebnisse 2017“

    Patientenzufriedenheit
Neuigkeiten 2017

Von links: Brigitte Landstorfer, Claudia Erndl, Dr. Gunnar Krawczak, Irene Waas.

Harninkontinenz: Wieder herzhaft lachen können

Chefarzt Dr. Krawczak unterstützt als Referent die BBV-Gesundheitsoffensive

Mit ihrer diesjährigen Gesundheitsoffensive wollen die Ortsbäuerinnen des Bayerischen Bauernverbandes das Thema Harninkontinenz aus der Tabuzone holen und durch Aufklärung den Leidensdruck den vielen Betroffenen nehmen, die sich völlig zu Unrecht ihres Problems schämen. Daher hatten die Kreisbäuerin Claudia Erndl und ihre Stellvertretung Brigitte Landstorfer zur Jahresversammlung in Aiterhofen am Donnerstagabend Chefarzt Dr. med. Gunnar Krawczak von der Urologischen Abteilung der Klinik Mallersdorf als Referenten geladen, den sie bei einer Klinikführung kennen gelernt hatten.

Bezirksbäuerin Irene Waas freute sich, dass neben dem fachkundigen Referenten auch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft und die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologie, Geburtshilfe, Urologie und Proktologie die diesjährige Gesundheitsoffensive unterstützen. Zudem begrüßte sie zahlreiche interessierte Ortsbäuerinnen aus den Nachbarlandkreisen, so dass mit über 100 Teilnehmerinnen ein starkes Zeichen gegen die Tabuisierung des Themas Harninkontinenz gesetzt werden konnte.

Unvorstellbarer Leidensdruck

Dr. Krawczak bestätigte, dass Harninkontinenz auch heutzutage und in allen Altersstufen noch mit Scham behaftet ist. Die Urologen an der Klinik Mallersdorf beschäftigt die Erkrankung ambulant in ihrer Praxis wie auch stationär in der Hauptabteilung Urologie - bei Männern, insbesondere aber bei Frauen. Der Leidensdruck sei für die Betroffenen im Alltag schier unvorstellbar. Es sei nicht zumutbar, sein ganzes Leben „um die Toilette herum" zu organisieren. Nicht nur die soziale Isolation bei unbehandelter Inkontinenz sei problematisch, sondern auch die deutschlandweit milliardenschweren Kosten für Pflege- und Kontinenzartikel.

Zertifizierte Beratungsstelle für Inkontinenzpatienten/innen

Als zertifizierte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft nimmt sich Dr. Krawczak daher besonders viel Zeit, den Ursachen im Rahmen einer Sondersprechstunde auf den Grund zu gehen. „Frauen sind heute weitaus stärker von Harninkontinenz betroffen als von anderen verbreiteten chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Depression", warnte der Referent.
Er unterschied zwischen der besonders häufigen Belastungsinkontinenz, der Dranginkontinenz und den Mischformen aus beidem. Erstere mache sich bei abrupten Bewegungen, manchmal auch beim Husten oder Niesen bemerkbar. Bei höherem Schweregrad verlieren die Betroffenen sogar unwillkürlich Harn beim Umdrehen im Bett, schilderte Dr. Krawczak. Alters- oder schwangerschaftsbedingtes Nachlassen der Beckenbänder, chronischer Husten, Übergewicht, schweres Heben oder Verstopfung spielen dabei oft eine Rolle.

Schmerzfreie Diagnostik

Die Ursache für Dranginkontinenz könnte im banalsten Fall eine Blasenentzündung sein, aber auch eine überaktive Blase, eine Abflussstörung oder neurologische Erkrankungen. Die Behandlungsmöglichkeiten seien je nach Art der Inkontinenz unterschiedlich, erklärte der Urologe. Vorausgehend müsse man die Patienten umfassend zur Krankheitsvorgeschichte befragen. Ergänzend kommen Funktionsuntersuchungen und gegebenenfalls auch eine Spezialdiagnostik wie die Harnblasenspiegelung hinzu. Vom erfahrenen Urologen durchgeführt sei diese völlig schmerzfrei durchführbar.

Therapie je nach Art der Inkontinenz

Als Behandlungsansätze bei Belastungsinkontinenz nannte Dr. Krawczak Physiotherapie, Beckenbodengymnastik, Blasentraining und Hilfsmittel zur Kontinenzverbesserung über medikamentöse Therapie bis hin zur letzten Behandlungsstufe, der Implantation eines Spezialbandes unter der Harnröhre zu deren Entlastung. Bewährt hat sich hier in der Urologie eine besonders schonende Operation in minimal invasiver Technik mit sehr hoher Erfolgsaussicht und sofortiger Wirkung.

Die Therapie der Dranginkontinenz sei hingegen die „Domäne der Medikamente". Hier stehe eine breitere Palette gut verträglicher Tabletten zur Verfügung. In besonders schweren Fällen können auch gezielte Injektionen direkt in die Blasenwandmuskulatur im Rahmen eines kurzen Narkoseeingriffs weiterhelfen. Diese „beruhigen" die unkoordiniert arbeitenden Nerven der Blasenwand und vermindern so den plötzlichen und häufigen Harndrang.

Bei der anschließenden Fragerunde zeugten zahlreiche interessierte Nachfragen vom ersten Erfolg der Gesundheitsoffensive: dass offenes Darüber-Sprechen für Betroffene die beste Voraussetzung für Abhilfe schafft. Mit Dank für die umfassende Aufklärung überreichten Claudia Erndl, Brigitte Landstorfer und Irene Waas daher dem Chefarzt einige Präsente im Namen des applaudierenden Publikums.

>> Näheres zum Thema auf den Seiten der Urologie