Kreisklinik Mallersdorf
  • Klinik Mallersdorf

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Mallersdorf
  • Klinik Mallersdorf

    „menschlich und kompetent“

    Klinik Mallersdorf
  • Klinik Mallersdorf

    „Wir sind rund um die Uhr für Sie da.“

    Klinik Mallersdorf

"Plötzlich und unerwartet…" – akuter Herztod im Fokus

Expertentipps für Risikopatienten und Ersthelfer beim Herzseminar der Klinik Mallersdorf

Neuigkeiten 2019

Von links: Leitender Arzt Johannes Kriele, Chefarzt Dr. med. Werner Schmid, Dr. med. Josef Bauer, Elke Mehr, Deutsche Herzstiftung e. V., und Landrat Josef Laumer (Foto: Elisabeth Landinger).

Ein doppeltes Jubiläum hat das Herzseminar am Montagabend in Mallersdorf beinhaltet: 20 Jahre Herzwochen im Labertal und 40jähriges Bestehen der Deutschen Herzstiftung. Als Moderator führte Dr. Josef Bauer von der Praxis Internisten im Labertal in das Thema ein und blickte auf die Geschichte der Herzwochen zurück – positiv überrascht vom ungebrochenen Besucherinteresse in dem bis auf den letzten Platz besetzten Klinikspeisesaal. Schirmherr und Landrat Josef Laumer stellte fest: „Jeder kann etwas für seine Gesundheit tun." Was genau, freute er sich aus erster Hand von Dr. Werner Schmid zu erfahren, den die Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf als erfahrenen Kardiologen für die Chefarztstelle am Standort Mallersdorf gewinnen konnten. Die ehrenamtliche Herzstiftungsvertreterin Elke Mehr gab zu bedenken, dass meist ein plötzlicher Herztod dahinterstecke, wenn in Traueranzeigen von „plötzlich und unerwartet" die Rede sei. Den Kampf hiergegen und gegen die Vielzahl an Herzerkrankungen widme sich die Herzstiftung.

„Bis dahin scheinbar gesund"

„Der unerwartete Tod eines bis dahin scheinbar gesunden Menschen ist besonders bei Männern zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr besonders häufig", stellte Chefarzt Dr. Schmid fest. Auslöser sei meist eine bösartige Herzrhythmusstörung wie Kammerflimmern. Auch Frauen seien betroffen, jedoch seltener und später. Bei jüngeren Menschen liegen oft andere Herzkrankheiten zugrunde als bei älteren, beispielsweise Herzmuskelerkrankungen, -entzündungen, Rhythmusstörungen oder auch der Risikofaktor Drogenkonsum. Im Alter hingegen sind es eher die koronare Herzkrankheit, Abnutzungen der Herzklappen oder Herzmuskelschwäche.

Hund fürs Herz: für Bewegung, gegen Vereinsamung

Vermeiden lasse sich der plötzliche Herztod insbesondere durch Vorbeugung, rechtzeitige Erkennung und Behandlung der ursächlichen Erkrankungen. Gefährlicher als das für den Menschen gefährlichste Tier, die Malaria-übertragende Stechmücke, sei der Risikofaktor Rauchen und Bluthochdruck, zeigte Dr. Schmid anhand einer Skala. „Das Herz vergisst nicht die in jungen Jahren angerichteten Schäden", warnte er und empfahl auch Bewegung zur Vorbeugung: „Jeder Gefäßerkrankung können Sie davonlaufen." Laut einer schwedischen Studie haben Hundebesitzer für plötzlichen Herztod nach einem Herzinfarkt eine relative Risikoreduktion von 28 Prozent zu verzeichnen. „Auch die psychosozialen Interaktionen spielen eine Rolle", erklärte der Referent, denn Vereinsamung gelte ebenfalls als Risikofaktor für das Herz. Darüber hinaus helfe auch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn und Nüssen, wenig Fett, Zucker, Salz und Alkohol. Da auch eine Grippeerkrankung das Herz gefährdet, empfahl der Chefarzt die Influenzaprävention mittels Schutzimpfung, insbesondere für ältere und vorerkrankte Personen.

Katheter und Bypass wirken lokal, Medikamente global

Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit, wie Rauchen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und erhöhtes Cholesterin, lassen sich vermeiden oder behandeln – im Gegensatz zum familiären Risiko. Die Behandlung im Herzkatheterlabor mit Ballonkatheter und Stentimplantation oder auch eine Bypassoperation helfe gegen akut gefährliche Gefäßengstellen, nicht aber gegen den Krankheitsfortschritt insgesamt. Dieser könne nur durch eine dauerhafte Medikamententherapie aufgehalten werden. Elektrische und mechanische Herzmuskelerkrankungen, wie sie auch in jüngeren Jahren auftreten können, sollten zur Risikominderung ebenfalls frühestmöglich durch EKG, Herzecho, Röntgen, Herzkatheter oder Elektrophysiologische Untersuchungen erkannt werden. Eine individuelle Therapie mit Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen, Verödung oder implantierbaren Defibrillatoren könne das Risiko niedrig halten.

Erste Hilfe: Prüfen, rufen, drücken

Für eine Akuttherapie bei Herz-Kreislauf-Stillstand sind im Ernstfall auch nicht-medizinische Ersthelfer gefragt. Tipps hierfür gab Johannes Kriele, leitender Arzt der Zentralen Patientenaufnahme der Klinik. An einer Reanimationspuppe veranschaulichte er das Vorgehen von der Atemkontrolle über den Notruf bis hin zur Herzdruckmassage im richtigen Rhythmus und mit Songvorschlägen als Merkhilfe für das empfohlene 100malige Drücken pro Minute. „Sie sehen also, dass Sie vorbeugend und helfend sehr viel gegen den plötzlichen Herztod tun können", fasste Dr. Bauer zusammen. „Das einzige, was Sie falsch machen können, ist nichts zu tun."