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Neuigkeiten 2018

Rheuma, Rücken, Darm und Wunden

6. Fallkonferenz der Gastroenterologie, Rheumatologie und Viszeralchirurgie

Von Auge bis Zeh: Beschwerden unterschiedlichster, teils weit voneinander entfernter Körperregionen können in überraschendem Zusammenhang stehen und bedürfen daher bei ihrer Erkennung und Behandlung einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit. Darin übte sich die Ärzteschaft der Region bei der 6. Interdisziplinären Fallkonferenz der Inneren Medizin und Viszeralchirurgie der Klinik Mallersdorf am 3. April im Klosterbräustüberl Mallersdorf. Chefärztin Dr. Claudia Schott, Gastroenterologin und Rheumatologin, Chefärztin Annette Buchert, Chirurgin und Viszeralchirurgin, sowie Leitender Obearzt Dr. Lucas Mavridis, ebenfalls Viszeralchirurg, stellten interessante und lehrreiche Krankheitsbeispiele und Behandlungsverläufe aus ihrer Arbeit vor.

Rheuma und Rücken

Erstmals brachte Dr. Schott als Initiatorin der Fallkonferenz auch ein rheumatologisches Thema mit ein: Rheuma und Rücken am Beispiel der Spondylarthritis. Diese bezeichnet eine Gruppe von Bindegewebserkrankungen, die zur Gelenkentzündung führen. Damit verbunden treten oft Rücken- und Gelenkschmerzen, Augenentzündungen, Verdauungsprobleme und Hautausschläge auf. „Für die Patienten sind damit vielfältige Einschränkungen im Alltag verbunden, die sich bereits zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr manifestieren", erklärte Dr. Schott. Als Therapiekonzept stellte sie die drei Säulen der Behandlung vor: die Patientenschulung, unter anderem mit Physiotherapie, die medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln und die Therapie mit Biologika, also biotechnologisch hergestellten Medikamenten, die gezielt fehlgeleitete Abwehrreaktionen des Körpers beeinflussen.

Blinddarm und Divertikelkrankheit

Die Blinddarmentzündung bzw. Appendizitis stellte Chefärztin Buchert als sehr häufiges Krankheitsbild vor. Im Alter nehme es oft einen komplizierteren Verlauf als in jüngeren Jahren. „Die chirurgische Kunst liegt darin, diejenigen herauszusuchen, die tatsächlich operiert werden müssen", erklärte die Referentin. Kritisch beleuchtete sie die US-amerikanische Diagnostik mit standardmäßiger Computertomographie (CT): „Die hohe Strahlenbelastung steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Der Goldstandard ist weiterhin die laparoskopische Appendektomie", also die Operation in Bauchspiegelungstechnik mit gleichzeitiger Möglichkeit, im Bauchraum nach anderen Ursachen für den Bauchschmerz zu suchen. Bei Frauen finden sich gelegentlich auch gynäkologische Probleme. „Beim Blinddarm steckt der Teufel manchmal auch im Detail", schilderte Buchert mit Hinweis auf diverse bösartige Tumore als Zufallsbefunde, wie sie im vergangenen halben Jahr mehrfach auch an der Klinik Mallersdorf diagnostiziert und behandelt wurden.

Divertikelkrankheit: „Erster Schub meist schwerster Schub"

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die an sich nicht gefährlich und bei Erwachsenen weit verbreitet sind. Sie können jedoch zu Beschwerden oder Komplikationen führen und sich entzünden. Bei der Divertikelkrankheit (Divertikulitis), sei „der erste Schub meist der schwerste Schub", berichtete Chefärztin Buchert. Die Behandlung sei eine gemeinsame Herausforderung für Hausarzt, Gastroenterologen und Chirurgen. Bei Gefahr eines Darmverschlusses oder Fisteln werde der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt.

Komplizierte Wunden genau untersuchen

Leitender Oberarzt Dr. Mavridis stellte abschließend einige Beispiele für die Vielfalt an komplizierten Wunden und deren Behandlungsmöglichkeiten vor, darunter die Vakuumtherapie, Madentherapie, Hautverpflanzung und chirurgische Abtragung von abgestorbenem Gewebe. Der Viszeralchirurg legte den teilnehmenden Ärzten für die Auswahl der richtigen Therapie ans Herz, die körperliche Untersuchung und Ursachenfindung ernst zu nehmen: „Mit der pflegerischen Versorgung allein ist es nicht getan." Ob viele oder nur eine einzige Vorerkrankung – nur mit deren Kenntnis könne man den Patienten langfristig helfen und ein Wiederauftreten verhindern. Es lohne sich, genau hinzusehen, beispielsweise ob bei Diabetes geeignetes Schuhwerk getragen wird oder bei Krampfadern oder einem Lymphödem individuell angepasste Strümpfe. Auch in der Wundtherapie sei eine gute fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit maßgeblich.