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Drücken bis der Notarzt kommt

Intensives Wiederbelebungstraining mit Dr. med. Thomas Etti, M.B.A.

Ein plötzlicher Kreislaufstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen. Jedoch trauen sich viele Menschen im Ernstfall nicht zu Erste Hilfe zu leisten. Um diese Hemmschwelle abzubauen und die Reanimationsquote in Deutschland zu erhöhen, hatte die Klinik Bogen zu einem besonderen praxisorientierten Abend eingeladen. Dr. med. Thomas Etti, M.B.A., von der Interdisziplinären Notaufnahme lehrte am vergangenen Donnerstag im Klinikspeisesaal mit Reanimationspuppen, wie kinderleicht Wiederbelebung ist. Skandinavische Verhältnisse in Deutschland oder zumindest in Bogen und Umgebung zu schaffen, wäre ein lohnendes Ziel, denn Deutschland liegt bei der Laienreanimationsquote im europäischen Vergleich, insbesondere im Vergleich zu Skandinavien, noch deutlich zurück. Dr. Etti machte deutlich: „Warten ist der Fehler. Wenn das Herz steht, ist das Gehirn nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff nicht mehr zu retten. Die ersten Minuten sind entscheidend." Genau diese Lücke gilt es zu schließen und dazu brauche man weder Notarztkoffer und noch Facharztweiterbildung, so Dr. Etti: „Nur die eigenen Hände." Wenn die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch Prüfen (Bewusstsein und Atmung), Rufen (Notruf 112) und Drücken (Herzdruckmassage) nicht genutzt wird, helfe der schnellste und beste Notarzt nicht weiter.

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Dr. med. Thomas Etti, M.B.A., von der Interdisziplinären Notaufnahme der Klinik Bogen beim Reanimationstraining (Foto: Elisabeth Landinger).

Schwitzen für das Leben

Vollen Körpereinsatz als Training für den Ernstfall legten die Teilnehmenden trotz sommerlicher Temperaturen an den Tag. Dr. Etti demonstrierte, dass man keine Angst haben muss, Rippenbrüche zu verursachen, denn eine Reanimation ist immer besser als Nichtstun.

Da effektive Herzdruckmassage anstrengend ist, wurde das Szenario der Ablösung trainiert. „Sie machen vieles intuitiv richtig", lobte Dr. Etti, als bei Übergabe laut gezählt wurde, damit keine unnötig lange Pause entsteht. Der Umgang mit dem Automatisierten Externen Defibrillator, dem „Laien-Defi", wurde ebenfalls simuliert, um Ängste zu überwinden. Die Teilnehmer lernten, dass das Gerät selbsterklärend ist und sicher durch den Prozess führt.

Gänsehaut und Erfahrungswissen

Den besonderen Rahmen des Trainings bildeten wertvolles Hintergrundwissen über Kammerflimmern und Herzstillstand sowie persönliche Erfahrungsberichte von Dr. Etti. Der erfahrene Notarzt berichtete von Einsätzen, bei denen eine frühe Laienreanimation den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachte, aber auch von privaten Erlebnissen, bei denen erste Hilfe gefragt war. Diese Einblicke machten den Teilnehmern deutlich, dass ein Kreislaufstillstand jeden jederzeit treffen kann: im Supermarkt, beim Sport oder im familiären Umfeld.

Der Abend an der Klinik Bogen zeigte allen Beteiligten, wie Dr. Etti betonte: „Jeder kann Wiederbelebung, auch Kinder und Einarmige." Es ist einfach, effektiv und kann Leben retten. Der Appell war eindeutig: „Machen Sie mit! Prüfen, rufen, drücken. Einverstanden?" Der begeisterte Schlussapplaus und das rege Interesse an einer Fortsetzung des Trainingsangebots gaben eine überzeugte Antwort darauf.