Handlungssicherheit bei schweren Herz-Kreislauf-Notfällen
Klinik Mallersdorf setzt auf international anerkanntes Trainingsprogramm für die Versorgung
Wie können medizinische Teams auch in hochkomplexen Notfallsituationen schnell, sicher und routiniert handeln? Dieser Frage hat sich ein zweitägiger ACLS-Provider-Kurs (Advanced Cardiovascular Life Support) an der Klinik Mallersdorf gewidmet. Am 19. und 20. August trainierten Ärzte der Intensivstation die erweiterten Maßnahmen zur Versorgung erwachsener Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand und schweren kardiovaskulären Notfällen.
Das international anerkannte Trainingsprogramm der American Heart Association (AHA) richtet sich an medizinisches Fachpersonal und umfasst 20 Stunden Präsenzunterricht sowie ein vorgeschaltetes Online-E-Learning. Chefarzt Doctor-medic Jebelean von der Interdisziplinären Notaufnahme der Klinik Mallersdorf ist als ACLS-Instruktor der American Heart Association ausgebildet und führte die Schulung durch.
Realitätsnahes Training mit einer Hightech-Puppe, in die Chefarzt Jebelean (im Hintergrund) mit dem Tablet Vitalwerte einspielte (Foto: Elisabeth Landinger).
Lernen unter realitätsnahen Bedingungen
Ein Schwerpunkt lag auch vor Ort in Mallersdorf auf dem praktischen Training. An einer Reanimationspuppe wurden verschiedene, mit dem Tablet-PC vom Instruktor in die Trainingspuppe eingespielte Notfallszenarien durchgespielt: von der Reanimation und dem fortgeschrittenen Atemwegsmanagement bis zur Intubation und der Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen.
Beim theoretischen Teil kamen unter anderem Lernvideos zum Einsatz. Auf dem Lehrplan standen außerdem High-Performance-Teamwork, Notfall-Pharmakologie sowie die leitliniengerechte Behandlung von Bradykardien, Tachykardien, akuten Koronarsyndromen (ACS), Schlaganfällen und Herzstillständen.
„Gerade bei schwerwiegenden und komplexen Herzrhythmusstörungen kommt es darauf an, dass jeder Handgriff sitzt und die Beteiligten als Team funktionieren", erklärt Chefarzt Doctor-medic Lucian Jebelean, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme der Klinik Mallersdorf.
Anspruchsvolle Prüfung und offizielle Zertifizierung
Am zweiten Kurstag stand eine anspruchsvolle Abschlussprüfung an. Neben einer schriftlichen Prüfung mussten die Teilnehmer einen praktischen sogenannten Megacode-Test bestehen. Dabei galt es, komplexe Notfallszenarien bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand sicher und strukturiert zu bewältigen. Nach erfolgreichem Abschluss erhielten die Teilnehmer das offizielle AHA-ACLS-Zertifikat, das zwei Jahre gültig ist.
Für Chefarzt Jebelean geht es dabei vor allem um mehr Sicherheit im klinischen Alltag: „Wir wollen die Kompetenzen bei schwerwiegenden und komplexen Herzrhythmusstörungen erweitern, die Hemmschwelle zur Reanimation senken und Sicherheit und Routine im Umgang mit lebensbedrohlichen Situationen stärken."
Zunächst richtete sich die Inhouse-Schulung an die auf der Intensivstation beschäftigten Ärzte aus den Bereichen Innere Medizin und Chirurgie. Perspektivisch soll der Teilnehmerkreis auf Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen ausgeweitet werden.
Auch die stellvertretende Vorständin der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf, Nannette Baumann, selbst Ärztin, sieht darin einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Standorts: „Mit der ACLS-Schulung wollen wir unsere Teams noch besser auf komplexe Notfallsituationen vorbereiten und damit einen noch höheren Versorgungsgrad für unsere Intensivpatienten erreichen."










