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Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf fordern Versorgungssicherheit für die Bevölkerung

Klinikverantwortliche ziehen Bilanz zur Beteiligung am Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not" - keine Reform auf löcherigem Fundament möglich

„Was ist denn hier heute los, alle in Rot?" war die am häufigsten gestellte Frage von Patienten und Besuchern an den Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf beim Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not" vergangenen Mittwoch. „Genau das wollten wir mit unserer Beteiligung an der deutschlandweiten Protestaktion bewirken: für die Bevölkerung ein deutlich sichtbares Zeichen, wie ernst es um die Versorgungssicherheit unter den derzeitigen Umständen tatsächlich steht", zieht Robert Betz Bilanz. „Die Menschen haben Anspruch auf eine heimatnahe Versorgung und darauf, von uns aus erster Hand zu erfahren, dass diese in Gefahr ist."

Die Vorstände, Personalratsmitglieder und zahlreiche Mitstreiter aus allen Berufsgruppen der Kreiskliniken beantworteten daher unermüdlich am Informationsstand die wiederkehrende Frage nach dem Grund der roten Kleidung.

Neuigkeiten 2023

Mitarbeiter und Unterstützer demonstrieren in Rot beim Aktionstag vor der Klinik Mallersdorf (Foto: Elisabeth Landinger).

Neuigkeiten 2023

Verstärkung erhielten sie dabei von den Stellvertretenden Landräten Barbara Unger und Andreas Aichinger, Fördervereinsvertretern sowie Bürgerinnen und Bürgern, die sich „Ihren Krankenhäusern" in Dankbarkeit verbunden fühlen. „Ich verdanke der Klinik Mallersdorf mein Leben", berichtete ein Teilnehmer aus dem Ort und berichtet von seiner Herzinfarktversorgung und mehreren Gelenkoperationen. Dass Leben und Gesundheit der laut Stellvertretendem Vorstand Christian Schwarz „katastrophalen Finanzierungssituation" untergeordnet werden sollen, wollte keinem der interessierten Passanten so recht einleuchten. An den beiden Informationsständen in den Klinikfoyers zeugten die sekündlich steigenden Defizituhren der deutschen und bayerischen Kliniken von der Dramatik der Gesamtsituation.

Was dies konkret für akut hilfsbedürftige Patienten bedeutet, beschrieb Betz als „einen knallhart vom Markt getriebenen Überlebenskampf von Kliniken, der nicht am Versorgungsbedarf der Menschen vor Ort orientiert ist, sondern rein anhand von steigenden Kosten und sinkenden Erlösen entschieden wird: eine eiskalte Auslese von dringend benötigten Klinikstandorten mit immer weiteren Anfahrten für die Patienten." Uwe Müller vom Rettungsdienst bestätigte: „Es ist teilweise jetzt schon so, dass Patienten über mehrere Landkreisgrenzen hinweg zur nächsten, noch angemeldeten Notaufnahme transportiert werden müssen." Bereichsleitung Grit Hädrich von der Klinik Bogen berichtete, wie in den Wintermonaten bei Infektionswellen die Intensivstation auch von überlasteten Maximalversorgern anderer Landkreise angefragt wurde, ob sie Patienten übernehmen könne.

Chefarzt Dr. med. Mathias Grohmann von der Inneren Medizin und Gastroenterologie der Klinik fasst zusammen: „Wir wollen und sollen die gleichen guten Leistungen erbringen wie bisher, allerdings mit einem deutlich geringeren finanziellen Aufwand. Die Krankenhausreform beäugen wir zwar skeptisch, aber diese soll jetzt bitte auch kommen, damit wir endlich wieder planen können." Bis diese greift, werde es aber zu spät sein.

„Die Kliniken brauchen dringend sofortige Finanzhilfen, um überhaupt noch genügend Standorte als vernünftige Grundlage für eine Reform übrig zu haben", warnte Robert Betz. Auf einem löcherigen Fundament könne man nichts aufbauen. „Ein Krankenhaus vor Ort ist durch nichts zu ersetzen", betonte Andreas Aichinger, „es ist das, was die Bevölkerung will." Dr. Grohmann bestätigte: „Auch in unseren täglichen Gesprächen mit den Patientinnen und Patienten stellen wir das fest."

Die Stimmung beim Personal schilderte die Personalratsvorsitzende Elke Zschauer als „hochgradig motiviert, aber auch verunsichert durch die unausgegorenen Reformpläne und besorgt um die Patientenversorgung im Landkreis". Pflegedienstleitung Silvia Huber-Stickl von der Klinik Bogen berichtete von den Ausbildungsmessen und Schulbesuchen, wie schwer es angesichts der hausgemachten Unsicherheiten geworden sei, junge Menschen für den an sich zukunftssicheren und hochinteressanten Pflegeberuf zu gewinnen.

Der einhellige Tenor lautete daher: „So kann es nicht weitergehen." Dies gelte auch für den Landkreis als Träger, so die stellvertretende Landrätin Barbara Unger: „Es kann nicht sein, dass die Defizite immer weiter ansteigen und die Kommunen das einfach als gegeben hinnehmen müssen." Deshalb sicherte sie dem Klinikpersonal beim Aktionstag und den Petitionsanliegen vollste Unterstützung zu.

Die Klinikmitarbeiter verteilten zahlreiche Petitionskärtchen, um Unterstützer für ihre Anliegen zu gewinnen: ein Vorschaltgesetz zur Krankenhausreform, insbesondere für einen Inflationsausgleich für die in allen Bereichen gestiegenen Kosten. Die Nachwirkung der Pandemie, die kriegsbedingten Kostensteigerungen, die Inflation und auch die notwendigen und deutlichen Tarifsteigerungen führen zu Sondereffekten, die durch die üblichen Instrumente nicht aufgefangen werden können. Deswegen brauchen Krankenhäuser in dieser Notsituation schnell andere, verlässliche und nachhaltige Finanzierungsinstrumente.