Neuer Kollege mit Charme
Roboter „Gismo“ unterstützt das Reinigungsteam der Klinik Mallersdorf
In den weitläufigen Fluren der Klinik Mallersdorf ist seit Kurzem ein neuer „Mitarbeiter" unterwegs. Er ist klein, technisch versiert und hat einem Namen, der Filmfreunde schmunzeln lässt: „Gismo". Damit erinnert er augenzwinkernd an die niedliche Figur aus dem Film Gremlins, aber auch an das Englische „Gizmo", das umgangssprachlich für ein kleines technisches Gerät steht. Und genau das ist er: ein hochmoderner Reinigungsroboter, genauer gesagt: eine autonome Scheuersaugmaschine der Firma Nilfisk.
Herr der Flure - ganz ohne Gremlins
Durch den jüngsten Anbau ist die Klinik flächenmäßig deutlich gewachsen. Mehr Verkehrsflächen bedeuten mehr Reinigungsaufwand, insbesondere im Erdgeschoss mit seinen weitläufigen Eingangsbereichen, Fluren und Foyers. Um diesen stark frequentierten Bereichen künftig möglichst effizient „Herr zu werden", entschied sich die Klinikleitung für die Anschaffung eines autonomen Reinigungsroboters. Begleitet wurde das Projekt durch die Firma Dussmann, die das Projektmanagement übernahm.
Pflegedirektor Christian Bräu musste nach dem sorgfältigen Durchrechnen der Kosten nicht lange überlegen: „Die Zahlen sprechen für sich." Statt einen zusätzlichen Reinigungstrupp einzustellen, übernimmt nun „Gismo" bestimmte Zeitfenster – wirtschaftlich sinnvoll und zugleich entlastend für das bestehende Team.
Bilduntertitel: Reinigungsroboter „Gismo“ mit Visualisierung seines künftigen „Gesichtes“ und den Projektbeteiligten am Installationstag (von links): Angelika Ettenhuber, Leitung Klinischer Hausservice, Waldemar Ischeev, Burak Bakirman, Eva Speltus-Rappe von der Firma Nilfisk GmbH, Oliver Harms (Fa. Dussmann Beteiligungs- & Managementgesellschaft mbH), Stefan Fischer (Fa. Nilfisk GmbH), Pflegebereichsleiter Andreas Schneider, Hygienefachkraft Nicole Müller und Pflegedirektor Christian Bräu. (Foto: Elisabeth Landinger).
Entlastung statt Ersatz
Wichtig ist der Klinikleitung dabei eine klare Botschaft: Der Roboter ersetzt kein Personal. Im Gegenteil – er unterstützt den vorhandenen Reinigungsdienst unter der Leitung von Angelika Ettenhuber gezielt dort, wo die Arbeit besonders unattraktiv, monoton oder körperlich belastend ist. Das Team kann sich dafür umso besser auf kontaktintensive Aufgaben, wie Desinfektionspunkte und Sanitärbereiche konzentrieren. „Gismos" Schicht beginnt nachts um 2:30 Uhr und endet gegen 6:00 Uhr, wenn das Team eintrifft. Während andere noch schlafen, „schnurrt" Gismo zuverlässig durch die Gänge. Der Geräuschpegel ist dabei gut erträglich – und im Erdgeschoss ohnehin unerheblich, da dort keine Bettenstationen angrenzen, sondern die durch eine Tür getrennte Notaufnahme sowie Funktionsbereiche. Für das Reinigungsteam bedeutet das: weniger körperlich anstrengende Grundreinigung in den frühen Morgenstunden und mehr Kapazität für Detail- und Spezialaufgaben.
Hygienenachweis mit Leuchttest und digitalem Protokoll
Ob „Gismo" nicht nur fleißig, sondern auch gründlich arbeitet, stellte Hygienefachkraft Nicole Müller in der Testphase auf die Probe. Sie „verschmutzte" die Böden großflächig mit fluoreszierender Flüssigkeit. Nach der Reinigung folgte die Kontrolle unter speziellem Licht – ohne jedes Aufleuchten. Das Ergebnis: keinerlei Rückstände dank gleichmäßigem Anpressdruck, Geschwindigkeit und Überlappung in den Reinigungsflächen. Der Roboter dosiert das Reinigungsmittel automatisch und präzise zwischen 0,3 und 2 Prozent – effizient, ressourcenschonend und stets im optimalen Mischverhältnis. Auch Wasserverbrauch und Reinigungsmittel werden exakt abgestimmt, was zusätzlich zur Nachhaltigkeit beiträgt. Qualitätsnachweise gibt es auch, wenn keine Hygienefachkraft die Kontrollleuchte schwingt, da der Roboter digitale Einsatz- und Leistungsprotokolle erstellt, die auch Audits erleichtern.
Die Sorge vor Zusammenstößen mit gehbehinderten Patienten oder über den Flur geschobenen Betten, die nicht so schnell ausweichen können, ist unbegründet. Eine mehrstufige Senrosik mit 3D-Kameras erkennt Hindernisse und Personen frühzeitig. Selbst vor den transparenten Glasvitrinen und -türen bremst „Gismo" frühzeitig ab und umfährt sie mit angepasster Geschwindigkeit. Zusätzlich projiziert er einen farbigen Lichtkegel auf den angesteuerten Bereich und kündigt sich auch optisch gut sichtbar an.
Ist der Akku erschöpft, steuert der Roboter selbstständig seine Dockingstation an – eine kleine Kammer mit Strom- und Wasseranschluss sowie Möglichkeit zum Auffüllen des Reinigungsmittels. Nach nur einer Stunde Ladezeit ist er wieder einsatzbereit.
Ein freundliches Gesicht, damit er zum Team passt
Auch optisch soll „Gismo" noch freundlicher werden. Geplant ist, ihm ein lächelndes Gesicht zu verpassen – passend zum engagierten und freundlichen Team des Reinigungsdienstes.









