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Richtiges Vorgehen bei Herzinfarkt und Narkoseplanung

Chefärzte Dr. med. Werner Schmid und Dr. med. Steffen Sander referieren auf Einladung des Fördervereins

Ob lebensbedrohlicher Herzinfarkt, Notfall-OP oder geplanter Routineeingriff - all diese Situationen bedeuten Stress für Betroffene, gegen den man aber zu einem gewissen Grad mit entsprechendem Wissen vorbeugen kann. Diese Kenntnisse haben am Mittwochabend auf Einladung des Fördervereins „Kreiskrankenhaus Mallersdorf" e. V. die Chefärzte der Klinik Mallersdorf Dr. med. Werner Schmid und Dr. med. Steffen Sander im Gasthaus „Zum gemütlichen Treff" vermittelt. Fördervereinsvorsitzender Dr. med. Dietrich Mehlhorn zeigte sich erfreut, zu der ersten Veranstaltung des Fördervereins nach der Corona-Unterbrechung ein zahlreich erschienenes Publikum begrüßen zu können, darunter auch der ersten Bürgermeister der Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg Christian Dobmeier.

Bei Herzinfarktsymptomen „112" wählen

Der Satz „Time is muscle", englisch für „Zeit ist Herzmuskel" gelte laut Dr. Schmid nach wie vor: „Je länger ein Herzkranzgefäß nach einem Herzinfarkt verschlossen ist, desto schlechter das Überleben und die Lebensqualität." Extremes Engegefühl in der Brust mit Ausstrahlung in den linken Arm, Hals, Kiefer oder Oberbauch verbunden mit Angstschweiß, Kurzatmigkeit oder Atemnot und „Vernichtungsgefühl", also Todesangst, rückte der Kardiologe als „absolute Alarmzeichen" in den Fokus. Bei Frauen kann lediglich plötzlich einsetzende starke Atemnot bei einem Infarkt auftreten.

Neuigkeiten 2023

Foto (aufgenommen von Bernhard Fürst): Dr. med. Steffen Sander, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. med. Dietrich Mehlhorn, Fördervereinsvorsitzender, und Dr. med. Werner Schmid, Chefarzt Innere Medizin, Kardiologie Klinik Mallersdorf.

Als Ersthelfer sollte man zuerst über die 112 den Notarzt verständigen, dann beruhigend auf die betroffene Person einwirken, aber niemals selbst in die Klinik fahren, da plötzlich lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten können. Besonders gefährdet für Herzinfarkt sind Raucher, Menschen mit Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, also erhöhtes Cholesterin, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Narkose: besser differenziert als „Holzhammer"

Dass „eines für alle" bei Narkoseverfahren nicht zielführend ist, schilderte Dr. Sander aus Sicht der Anästhesiologie. Der Wunsch nach einer „Holzhammer-Narkose, um bloß nichts mitzukriegen" stehe manchen anderen Anforderungen wie guter Verträglichkeit ohne Übelkeit, Frieren und kognitiver Ausfälle entgegen. Die Anästhesie hält daher nicht nur eine ganze Bandbreite an verschiedenen Narkoseverfahren bereit, sondern auch vorbeugende, OP-begleitende und nachoperative Maßnahmen für Sicherheit, Stress-Abschirmung, und Verträglichkeit. So kommen beispielsweise vorsorglich verabreichte Medikamente, Regionalanästhesien zur Vermeidung hoher Opiatdosen, Wärmedecken und Infusionswärmer gegen Auskühlen zum Einsatz. Gegen Ängste vor einem Eingriff in Narkose helfe oft schon ein vertrauensvolles Aufklärungsgespräch. „Das Risiko eines jungen, gesunden Patienten ohne relevante Begleiterkrankungen ist bei kleinem operativem Eingriff minimal", so Dr. Sander. Zur Herausforderung werden hingegen die immer älteren Risikopatienten mit Mehrfacherkrankungen und die immer größeren, komplexeren Eingriffe. Defizite der Gehirn-, Herz- oder Gefäßfunktionen können bei diesen nach ausgedehnten Operationen und langwirksamen Anästhetika auftreten. Obgleich es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt, könne das Risiko hierfür mit Sorgfalt bei der Planung und Durchführung von Narkose und OP gesenkt werden.

Nach Abschluss der Vorträge nutzten zahlreiche Teilnehmer die Gelegenheit für Fragen an die Referenten.