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Brücke zwischen Endoskopie und Operation

Spezialverfahren für endoskopische Vollentfernung erkrankter Magen- und Darmwandbereiche

Innere Medizin

Greifen, einziehen, mit Clip verschließen und abtrennen - die endoskopische Vollwandresektion arbeitet nach einem simplen Prinzip, ist aber anspruchsvoll in der Durchführung und erfordert von Chefarzt Dr. med. Mathias Grohmann, Leitendem Oberarzt Dr. med. Uli Mohren und dem Endoskopiepersonal eine perfekt eingespielte Teamzusammenarbeit (Foto: Elisabeth Landinger).

Die endoskopischen Behandlungsmöglichkeiten an der Klinik Bogen gehen im wahrsten Sinne des Wortes „in die Tiefe" - ohne dass Patienten davon etwas spüren, ohne weiterführende Untersuchungen und ohne chirurgischen Eingriff. Dank eines kombinierten Verfahrens können im Rahmen einer Magen- oder Darmspiegelung erkrankte Bereiche nicht mehr nur oberflächlich auf Schleimhautebene, sondern komplett mit allen Schichten inklusive Untergewebe und Muskulatur entfernt werden. Die sogenannte endoskopische Vollwandresektion (engl. Endoscopic Full-Thickness Resection, kurz EFTR) kommt im oberen und unteren Verdauungstrakt zum Einsatz.

Die Abteilung für Innere Medizin und Gastroenterologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Mathias Grohmann und Leitendem Oberarzt Dr. med. Uli Mohren hat hierfür einen speziellen Endoskopaufsatz eingeführt: das FTRD® System (engl. Full-Thickness Resection Device).

„Normalerweise entstehen Krebsvorstufen aus der Schleimhaut," schildert Dr. Grohmann. „Es gibt aber auch schwierig zu entfernende Polypen und Frühformen von Tumoren, submuköse Tumoren (lat. mucosa, Schleimhaut) wie beispielsweise Stromatumoren, die unterhalb der Schleimhaut aus der Muskulatur entstehen."

Diese waren vorher nur mittels Operation entfernbar. „Früher ging es nach der Biopsie, also der Entnahme einer Gewebeprobe, für die Endoskopie nicht weiter", blickt Chefarzt Dr. Grohmann zurück. „Mit der EFTR-Methode hingegen haben wir nun direkten Zugang zum Gewebe und entfernen bis zu zwei Zentimeter große Tumore und Polypen mit umliegendem Gewebe und allen Schichten."

Die Vorbereitungen für den Eingriff, der im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts stattfindet, sind wie bei herkömmlichen Endoskopien: Darmreinigung mit Trinklösung für gute Sicht und Sedierung, damit der Eingriff nicht wahrgenommen wird. Mit einer endoskopisch eingeführten Greifzange wird das erkrankte Gewebe gefasst und vollständig in die Instrumentenkappe gezogen. Verschlossen wird die Stelle mit einem körperverträglichen Metallclip. Unterhalb davon wird der Befund abgetrennt und geborgen. Die Risiken sind laut Studien nicht höher als bei anderen endoskopischen Abtragungstechniken.

Unabhängig vom Ergebnis der pathologischen Untersuchung des eingeschickten Gewebes ist Patienten mit einer EFTR in jedem Fall weitergeholfen. „Bestenfalls bleiben den Patienten dank EFTR weiterführende Untersuchungen erspart, schlimmstenfalls eine Operation unter Vollnarkose", fasst Leitender Oberarzt Dr. Mohren zusammen. Selbst bei einem Krebsbefund meldet die Pathologie nach einer EFTR in aller Regel: „Tumorentfernung im Gesunden", also vollständige Entfernung inklusive umliegendem Gewebe als Sicherheitsabstand, um ein Weiterwachsen verbliebener Krebszellen zu verhindern. Dank Anbindung an ein Tumorboard und allen Möglichkeiten der Tumornachsorge stehen die Gastroenterologen der Klinik Bogen auch nach einem Krebsbefund weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung.