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Darm ist Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden

Darmkrebs und Hämorrhoiden im Fokus des Gesundheitsabends mit den Chefärzten Dr. Grohmann und Dr. Mauerer von der Klinik Bogen

Chefarzt Dr. med. Mathias Grohmann und Chefarzt Dr. med. Christian Mauerer von der Klinik Bogen haben beim Gesundheitsabend am letzten Donnerstag im Juli über die beiden häufigen Krankheitsbilder Darmkrebs und Hämorrhoiden informiert. Wilhelm Lindinger, erster Vorsitzender der Freunde und Förderer der Klinik Bogen e. V., eröffnete die Veranstaltung mit der Feststellung: „Der Darm ist der Schlüssel zum Wohlbefinden und zur optimalen Gesundheit". Er verwies auf die Häufigkeit von Darmkrebs in der deutschen Bevölkerung. Rund 60 000 Menschen erkranken daran pro Jahr. Zirka 25 000 versterben daran, weil die Vorsorge nicht wahrgenommen wird.

 

 „Eine der besten Investitionen in Ihre Gesundheit"

Dabei sei laut Dr. Grohmann Darmkrebs der Tumor, den man am besten vorbeugen kann. Der Internist und Gastroenterologe warnte vor der falschen Annahme „Das würde ich doch spüren." Aus seiner Erfahrung in der Endoskopie berichtete er: „Es ist immer wieder erstaunlich, wie selbst sehr fortgeschrittener Darmkrebs von den Patienten nicht bemerkt wurde." 

 

Neuigkeiten 2022

Chefarzt Dr. med. Christian Mauerer, Chefarzt Dr. med. Mathias Grohmann und Fördervereinsvorsitzender Wilhelm Lindinger beim Gesundheitsabend (von links; Foto:Elisabeth Landinger).

Leider komme es immer noch vor, dass die Diagnose erst sehr spät gestellt werde, was sich sehr ungünstig auf die Prognose auswirkt. Die Vorsorgedarmspiegelung schilderte Dr. Grohmann als „eine der besten Investitionen, die Sie in Ihre Gesundheit tätigen können". Die Dickdarmspiegelung sei das nachgewiesenermaßen beste Verfahren für die Darmkrebsvorsorge. Darmkrebs entwickle sich langsam über rund ein Jahrzehnt hinweg aus gutartigen Darmpolypen. Werden diese Krebsvorstufen im Rahmen einer Vorsorgedarmspiegelung entdeckt und vollständig abgetragen, sei die Gefahr erkannt und zugleich gebannt. Bei ganz und gar unauffälligem Befund sei die nächste Darmspiegelung erst in 10 Jahren angezeigt. Die Untersuchung werde ab 50 bis 55 Jahren empfohlen, bei Verwandten ersten Grades mit Darmkrebs oder Darmpolypen auch schon eher. Moderne Abführmethoden, Sedierungsmittel und Endoskopietechnik sorgen für zuverlässige Ergebnisse und einen guten Untersuchungsverlauf.

Hämorrhoiden werden von selbst nicht wieder kleiner

Nicht minder verbreitet sind die gutartigen, jedoch oft unangenehmen Hämorrhoidalleiden, die Dr. Mauerer in seinem Vortrag vorstellte. „Rund 3,3 Millionen Behandlungsfälle gibt es in Deutschland pro Jahr", berichtete der Chefarzt der Viszeralchirurgie der Klinik Bogen und Leiter des MVZ MINAVIS Bogen. „70 Prozent aller Erwachsenen haben irgendwann in ihrem Leben mit symptomatischen Hämorrhoiden zu tun." Selbst Napoleon haben diese bei der Schlacht von Waterloo davon abgehalten im Sattel zu sitzen. Gut durchblutete Gefäßpolster nahe dem Darmausgang hat jeder, doch nicht immer behalten sie ihre Größe und Position, besonders bei starkem Pressen und häufigen Sitzen. Erst bei einer Vergrößerung spreche man von Hämorrhoiden. Auch wenn diese keine Schmerzen bereiten, quälen sie Betroffene mit Jucken, Brennen, Nässen und Fremdkörpergefühl oder Blutungen. Der unkomplizierten Diagnostik mit dem Proktoskop stehen vielfältige Behandlungsmöglichkeiten gegenüber, abhängig vom Krankheitsstadium. „Salben dienen höchstens der vorübergehenden Symptomlinderung", schränkte Dr. Mauerer ein. Will man die Ursache beheben, helfen die nicht-operative Gummibandligatur oder OP-Verfahren, die überschüssiges Gewebes raffen bzw. entfernen. So kommen an der Klinik Bogen ein Klammernahtgerät, die chirurgische Gefäßabbindung oder Raffnaht zum Einsatz, aber auch die klassische OP, bei der höhergradige Hämorrhoiden herausgeschnitten werden. Da letztere eine lange Wundheilung nach sich zieht, betonte Dr. Mauerer die Bedeutung einer frühzeitigen Behandlung, die eine OP oft sogar vermeiden kann. Die abschließende Fragerunde verdeutlichte die Relevanz der Erkrankungen für Betroffene und Angehörige wie auch das Interesse an weiteren Themen rund um den Verdauungstrakt.