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Von abfärbenden Socken bis zu schweren Unfällen - aus dem Nähkästchen einer Notfallmedizinerin

Fünf Fragen an Susanne Konrad, Chefärztin der Interdisziplinären Notaufnahme der Klinik Bogen

Immer am Puls des Notfallgeschehens zu sein klingt anstrengend. Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit?

Menschen in einer Notfallsituation helfen zu können, das war schon vor - mittlerweile sehr vielen - Jahren meine Motivation, überhaupt Ärztin zu werden. Es ist einfach schön zu sehen, wenn es Patienten unter der Behandlung rasch besser geht.

Natürlich, die Arbeit in einer Notaufnahme kann durchaus anstrengend sein. Wie viele Patienten in welcher Zeit kommen, ist ja überhaupt nicht vorauszusehen, daher gibt es immer wieder Stoßzeiten, in denen es wirklich stressig wird. Aber ich bin ja nicht alleine, sondern arbeite in einem netten Team, das sich gegenseitig unterstützt, und das macht auch Freude.

Sind alle Einsätze immer nur ernst oder erinnern Sie sich auch an besonders skurrile bzw. witzige Begebenheiten?

Zum Glück sind nicht alle Einsätze ernst, das wäre ja schrecklich. Es gibt auch immer wieder Begebenheiten, bei denen man schmunzeln muss, weil es gar nicht anders geht.

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Chefärztin Susanne Konrad (vorne, Mitte) mit Rettungskräften an der Notfallauffahrt der Klinik Bogen (Foto: Elisabeth Landinger).

Beispielsweise kam mal ein ganz panischer junger Mann in die Notaufnahme in der festen Überzeugung, todkrank zu sein, weil seine Füße „ganz blau und bereits abgestorben" wären. Die Füße waren auch tatsächlich blau, aber nicht aufgrund einer Durchblutungsstörung, sondern weil die blauen Socken durch Schwitzen abgefärbt hatten...

Dann gab es mal einen vermeintlichen Notarzteinsatz, bei dem sich letztlich herausstellte, dass der Patient nur jemand brauchte, der ihm half, seine Hose anzuziehen. Ich rätsele immer noch, was er der Leitstelle wohl erzählt hat.

Und auch wenn man meint, dass man in 30 Jahren schon viel gesehen hätte, überrascht einem plötzlich doch etwas ganz Neues, es bleibt also nach wie vor spannend.

Gibt es nach all den Berufsjahren noch Situationen, die Sie schockieren und Ihnen persönlich nahegehen?

Ich glaube, jeder, der im Rettungsdienst arbeitet, kennt Einsätze, die einem nach Jahren noch nahegehen. Meist sind das plötzliche Todesfälle durch Unfälle, Gewaltverbrechen oder Suizide, natürlich umso schlimmer, wenn junge Leute oder Kinder involviert sind.

Was wäre anhand Ihrer Erfahrungen Ihre dringlichste Empfehlung an die Menschen, um im Notfall richtig zu reagieren bzw. Schlimmeres zu verhindern?

Am Wichtigsten ist es schon einmal, wenn man nicht an einem Notfall vorbeigeht und so tut, als ginge es einen nichts an. Wenn man den Notruf wählt und bis zum Eintreffen professioneller Retter dableibt, dann tut man schon etwas Richtiges.

Ansonsten kommt es sehr auf die Art des Notfalls an. Manchmal kann man als medizinischer Laie nicht mehr tun, als den Patienten zu trösten und ihm zu versichern, dass bald Hilfe kommt. Manchmal kann man auch als Nicht-Profi mit Herzdruckmassage tatsächlich ein Leben retten.

Wer einmal in einem Notfall geholfen hat, daran Gefallen findet und sich eine berufliche Laufbahn in der Notfallversorgung vorstellen kann: Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es dafür in der Notaufnahme der Klinik Bogen?

Jede Menge! Wir haben ja ein ganz gemischtes Team, unter anderem aus Ärzten, Pflegepersonal, Medizinischen Fachangestellten, ehemaligen Rettungsdienstlern und neuerdings auch einer Physician Assistant. Dazu kommen Pflegeschüler, Praktikanten und Medizinstudenten, so dass für fast jeden Bildungsabschluss ein Beruf, den man erlernen könnte, dabei wäre. Wer mal hineinschnuppern möchte, dem würde ich ein am besten mehrwöchiges Praktikum empfehlen, dann kann man die Tätigkeit realistisch einschätzen.

Eine Einstellungsvoraussetzung gibt es aber auf alle Fälle: Wer hier arbeitet, muss motiviert und sympathisch sein, halt wie der Rest des Teams!